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Investitionen ins Hotel wären zu hoch / Insel-Familie Brokmann sagt ab

Wegen "ellenlanger" Mängelliste: Forsthaus-Wirt macht Rückzieher!

Bückeburg/Burg (tw). Ihr Traum, das "Alte Forsthaus" zum 1. Februar neu zu eröffnen, hat sich für die Gastronomen-Familie Brokmann unversehens zerschlagen. Entsprechende Informationen der Landes-Zeitung bestätigte gestern sowohl Heiner Brokmann (51) als auch Insolvenzverwalter Matthias Lehmann (Sozietät Handschuh + Lehmann) auf Anfrage.

veröffentlicht am 03.02.2007 um 00:00 Uhr

"Ja, es wird - leider - nichts", so Brokmann hörbar geknickt. Zu den Gründen wollte er sich nicht weiter äußern, verwies statt dessen an den Insolvenzverwalter. Lehmann: "Das Ordnungsamt des Landkreises Schaumburg hat die Bausubstanz des ,Alten Forsthauses' auf Herz und Nieren geprüft." Heraus gekommen sei eine "ellenlange Mängelliste". Klartext: Die Investitionen, die getätigt werden müssen, sind erheblich höher als zunächst gedacht. "In der Insolvenzmasse", bedauert der Jurist, "ist jedoch kein Geld vorhanden, um besagte Mängel abarbeiten zu können". Nicht mal für einen Sachverständigen, der im Auftrag des Verwalters die Liste des Landkreises prüfen könnte. Daher habe es für die Familie Brokmann, mit der neuen Situation konfrontiert, nur zwei Möglichkeiten gegeben: Entweder sie schießt das Geld für diese Investitionen vor und lässt sich den Betrag später auf den Kaufpreis der Immobilie anrechnen - oder aber sie steigt aus. Jetzt haben sich die Brokmanns, die per Zeitungs-Anzeige bereits Mitarbeiter für "alles Bereiche" des Hotels gesucht hatten, nach reiflicher Überlegung für Letzteres entschieden. Lehmann: "Ich binüber diesen Entschluss einerseits traurig, andererseits aber auch erleichtert." Traurig, weil die Familie eine "gute Besatzung" gewesen wäre. Erleichtert, weil "ein Ende mit Schrecken besser ist als ein Schrecken ohne Ende". Denn was hätte es genutzt, so Lehmann, wenn dem "Alten Forsthaus" nach elf Monaten die nächste Insolvenz gedroht hätte. Immerhin: Laut Lehmann gibt es immer noch Interessenten für die Immobilie, die unterschiedliche Konzepte verfolgen. Leicht werde es allerdings keiner haben. "Ein Riesenkasten, der Denkmalschutz, die Vorgeschichte ...". Zur Erinnerung: Heiner Brokmann wollte die einstige Bückeburger Edeladresse zum 1. Februar gemeinsam mit Frau Christina (50) und Tochter Jessica (25) übernehmen und als Hotel/Restaurant fortführen; bis zu acht Auszubildende sollten dort lernen. Die Familie betrieb bislang die "Marktwirtschaft" direkt im Zentrum von Burg auf Fehmarn - ein Zwölf-Betten-Haus mit angeschlossener Gastronomie. Auf das "Alte Forsthaus" war sie durch "Christie und Co.", eine international tätige Immobilienberatungsgesellschaft mit Stammsitz in London aufmerksam geworden.

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