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Volksbank Hameln-Stadthagen präsentiert Geschäftsbericht 2007: Von Finanzmarktkrise ungeschoren

Weg vom Zins - und hin zur Dienstleistung

Stadthagen (ssr). Die Volksbank Hameln-Stadthagen (Voba) weist für das Geschäftsjahr 2007 ein im Vergleich norddeutscher Volks- und Raiffeisenbanken überdurchschnittliches Betriebsergebnis aus. Dieses sei "trotz enormer Wettbewerbsverschärfung" erzielt worden, wie Vorstandssprecher Walter Wiedbrauck gestern bei der Vorstellung des Geschäftsberichts 2007 vor Journalisten bekundete. Eher zurückhaltend begutachten die Volksbanker den Aufschwung in der Region: Dieser falle "unterdurchschnittlich" aus.

veröffentlicht am 27.05.2008 um 00:00 Uhr

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Das gute Betriebsergebnis von rund 11 Millionen Euro - entsprechend 1,1 Prozent der Bilanzsumme (Daten siehe Kasten) - ist laut Wiedbrauck vor allem auf die vor drei Jahren geänderte Geschäftsstrategie zurückzuführen: Weg von Einlagen und Krediten hin zum so genannten außerbilanziellen Geschäft mit Wertpapieren, Bauspar-, Lebensversicherungs,- und Altersvorsorgeverträgen. "Das Zinsgeschäft ist in der Talsohle angekommen, wirft im Moment nichts ab", wurde Wiedbrauck deutlich: "Wir machen im aggressiven Zinswettbewerb unter anderem der Direktbanken, die ohne jede Präsenz in der Fläche ihre daraus resultierenden Kostenvorteile gnadenlos ausnutzen, nicht jeden Schritt mit." Und weiter: "Daher setzen wir den Focus ganz auf die Ausweitung des Dienstleistungsgeschäfts - nur so geht es." Diese Strategie sei im Verband der Genossenschaftsbanken nicht "von oben" vorgegeben, sondern werde von der hiesigen Voba eigenständig verantwortet. "Wir sind von ihrer Richtigkeit überzeugt und werden von den Resultaten bestätigt", so Wiedbrauck. Von Auswirkungen der globalen Finanzmarktkrise sei die Voba nicht betroffen, berichtete Wiedbrauck. Es gebe "keinerlei Liquiditätsengpässe". Insofern habe die Voba keinen Grund, die Politik ihrer Kreditvergabe zu ändern, die allerdings "seit jeher von einer eher vorsichtigen und konservativen Grundlinie" gekennzeichnet sei, wie der Voba-Chef auf Anfrage präzisierte. Allerdings: "Wir würden uns freuen, wenn in dieser Region mehr Investitionen getätigt und damit Kredite nachgefragt würden." Dass die Voba von der Finanzmarktkrise ungeschoren blieb und - nach kräftiger Stärkung der stillen Reserven - immer noch einen Jahresüberschuss von 2,2 Millionen Euro erzielte, hat eine positive Auswirkung für die Mitglieder: Es wird eine Dividende von sechs Prozent ausgeschüttet. Auch das Finanzamt in Stadthagen kann sich freuen: Die Voba entrichtete hier für das Jahr 2007 Gewerbesteuern in Höhe von 280 000 Euro. Auf "sehr unterschiedliche" Auswirkungen des konjunkturellen Wachstums auf die heimische Wirtschaft verwies Vorstandsmitglied Klaus Meyer. Exportorientierte Unternehmen hätten teils zweistellige Zuwachsraten erzielt, "das Handwerk und der Einzelhandel bekamen von dem Wachstum nur wenig ab". Daher seien Investitionen "nur vereinzelt und oftmals aus Eigenmitteln getätigt" worden. Das Wachstum in der Region müsse als "unterdurchschnittlich" bezeichnet werden, sagteMeyer. Der Vorstand der Volksbank Hameln-Stadthagen unterstrich, dass angesichts dieser Entwicklung "die Kräfte im Weserbergland gebündelt werden müssen". Vorrangige Aufgaben: In Bildung, Infrastruktur und Wirtschaftsförderung investieren. Dies sei nur durch eine "noch engere Zusammenarbeit der Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden" zu erreichen, forderte Meyer. Mit 26 Auszubildenden (das sind 13,5 Prozent aller 233 Mitarbeiter), liege die Voba deutlichüber dem Schnitt, berichtete Vorstandsmitglied Michael Joop.

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