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Wecker für unterwegs

Krankenhagen (who). In den 1950er und den 1960er Jahren dürfte dieses Fundstück und seinesgleichen seine Glanzzeit gehabt haben. Der Reisewecker Deluxe sollte, wie sein Name schon sagt, etwas ganz Besonderes sein und einen Hauch von Luxus ins Leben der Nachkriegsgeneration bringen. Ein Anzeiger neuen Wohlstands, der dazu angelegt war, dem Mitmenschen zu zeigen: „Hier ist ein Mensch, der auf Reisen geht, und der, wenn er denn geht, auch über die passenden Accessoires verfügt. Zum Beispiel über einen Wecker, der dazu gemacht ist, Raum sparend zusammengeklappt im Koffer mitzufahren, um seinen Besitzer zur vorbestimmten Zeit, im Urlaub oder auf der Dienstreise, aus dem Schlaf im Hotel- beziehungsweise Pensionsbett zu holen.

veröffentlicht am 24.07.2010 um 00:00 Uhr

Feiner Unterschied zum Alltagsleben

Sie haben sich alle geähnelt die Modelle der Reisewecker-Boom-Zeit. Ein mit farbigem „Kunstleder“, in der richtigen Luxusausführung mit Echtleder überzogenes Etui barg den mechanischen Wecker zum Aufziehen. Der machte aufgrund seiner Bauart zum Glück weit weniger Krach als die Brutalo-Weckmaschinen für die Alarmierung der Schichtarbeiter. Verständlich, denn sollte doch auf Reisen nicht zuletzt auch der feine Unterschied zum Alltagsleben sichtbar beziehungsweise hörbar gemacht werden.

Und ist nicht der Reisewecker für manchen Menschen auch eine Art Meilenstein auf dem Weg zum Erwachsenwerden gewesen? Neben Socken, Bergen von Taschentüchern, Brieföffnern und Regimentern von „Schlipsen“ (damals umgangssprachlich für Krawatten) war der Reisewecker zum Beispiel eins der wertvolleren Paten-Geschenke für Konfirmanden, von denen ein Großteil alsbald in die Berufswelt wechselte. Ob der Reisewecker den Übergang leichter machte, ist die Frage. Fest steht, auf der Wunschliste der Konfirmanden von heute steht er bestimmt nicht mehr. Das multifunktionale Mobiltelefon hat die Weckerfunktion allemal drauf...



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