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35 Jugendliche und fünf Erwachsene für elf Tage in Muhos / "Top-Ausstattung der Schulen"

WBG-Schüler sind von Finnland beeindruckt

Stadthagen (jl). "Die hatten da eigentlich alles", so hat Christoph Dörge seine Eindrücke vom finnischen Schulsystem zusammengefasst. Dörge war zusammen mit 35 Mitschülern vom Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) und fünf erwachsenen Begleitern elf Tage im Norden Finnlands, wo das WBG und die Kreisjugendpflege seit vielen Jahren Partner in der 8500-Seelen-Gemeinde Muhos haben. Nicht nur das Schulsystem hat bei den Besuchern mächtig Eindruck gemacht, die freundlichen Gastgeber haben das mindestens genauso stark getan.

veröffentlicht am 04.04.2007 um 00:00 Uhr

Eine Schülerin entdeckt ihren Familiennamen in der Gedenktafel d

Es war der siebte Stadthäger Schülerbesuch im hohen Norden, und es war auch der siebte für den Pädagogen Helge Krzykowski. Für dessen junge Kollegin Britta Haarmann war es indes die Muhos-Premiere. Mit dabei war Kreisjugendpfleger und Finnland-Kenner Walter Ostermeier. Klimatisch hat sich die Visite in einem Temperaturspektrum von minus 25 bis minus vier Grad plus stellenweise Schneesturm abgespielt. Der Besuch war nach den Worten etlicher Teilnehmer aus den Jahrgängen neun bis elf so etwas wie ein Lehrstück in Sachen Bildungssystem, dass sich in Finnland von ihren Alltagserfahrungen in Deutschland ziemlich gründlich unterscheide. Gewonnen wurden die Eindrücke bei ausgiebigen Besuchen in Grundschulen, einem Gymnasium, einer Gesamtschule sowie einer Berufsschule. Und die Ausstattung? "Viele Bücher, viele Computer, Handpuppen für Probleme, ein großer Schulhof, Handarbeits- und Werkraum", sind Lisa Metzner aufgefallen. Dörge, der neben einer Grundschule gewohnt hat, ist das Eishockeyfeld auf dem Schulhof ins Auge gestochen. Christoph Bremer, der jetzt zum zweiten Mal in Finnland war, ist erneut auf "den großen Unterschied" zwischen seiner und der dortigen Schulsituation gestoßen. Das Gymnasium (nur 100 Schüler) sei wie "ein Wohnhaus" ausgestattet, die Atmosphäre "familiär", die Schulen seien sauber. Entscheidender Unterschied: Die Räume sind auf Fachlehrer bezogen und perfekt ausgestattet. Bremer hat zudem festgestellt, dass seine finnischen Mitschüler größere Gestaltungsmöglichkeiten bei der Fächerwahl haben. Einen Höhepunkt in Sachen Schulausstattung erlebten die Stadthäger Gäste, die übrigens ihre finnischen Gastgeber über den grünen Klee lobten, in einer modernen Berufsschule für Landwirtschaft. Die Schule sei ein Übungsbetrieb mit einem hoch modernen Kuhstall, in dem nicht nur rein landwirtschaftliche, sondern auch informationstechnische und kaufmännische Berufe ausgebildet würden. Eine besondere Politik-Unterrichtsstunde, so Krzykowski, haben die Schüler bei einem Abstecher zum Polarkreis erlebt. Dort besuchten sie unter anderem eine große Kriegsgräberstätte. Auf den Tafeln mit den Namen der getöteten Soldaten haben einige Schüler auch den eigenen Nachnahmen entdeckt.



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