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Vermutlich muss ein kompletter Jahrgang ausgelagert werden / Kreisverwaltung arbeitet am Problem

WBG wird 2010 von akuter Raumnot bedroht

Stadthagen (jl). Die Stadthäger Gymnasien stehen vor einem Schülerberg. Dieser wird seine Maximalhöhe nach den Prognosen des Kreisschulamtes voraussichtlich im Schuljahr 2010/2011 erreichen. In der Kreisverwaltung wird nach den Worten von Schulamtsleiter Friedrich-Wilhelm Dehne an dem Problem gearbeitet. Vor allem das Wilhelm-Busch-Gymnasium (WBG) wird zum genannten Zeitpunkt von akuter Raumnot betroffen sein.

veröffentlicht am 30.05.2007 um 00:00 Uhr

Die linke Grafik zeigt die Schullaufbahnempfehlungen der Grundsc

In einem ausführlichen Vortrag hat Dehne die gemeinsam tagenden Ratsausschüsse Jugend, Familie, Soziales und Sport sowie für Schulen und Kindergärten über die Auswirkungen der Schulstrukturreform auf die Stadthäger Schulen -mit Schwerpunkt auf den kreiseigenen Einrichtungen -informiert. Anhand von Schaubildern machte Dehne deutlich, dass die Schülerströme der vergangenen drei Jahre ziemlich eindeutig zu den Gymnasien gegangen sind - und dieser Trend auch anhalten wird. In dem Zeitraum sind in der Kreisstadt 53 Prozent der Schüler, die Empfehlungen für weiterführende Schulen hatten, zu den Gymnasien gegangen. Laut Empfehlungen der Grundschulen hätten es nur 36,7 Prozent der jeweiligen Fünftklässler sein sollen. Den Kürzeren haben bei dieser mit Sicherheit durch den Faktor Elternwillen stark geprägten Entwicklung sowohl die Realschule als auch die Hauptschule gezogen. Von den 26,1 Prozent empfohlenen Realschülern sind in der Schule Am Schlosspark nur 21 Prozent angekommen, und von den 26,1 Prozent empfohlenen Hauptschülern besuchen nur 13,8 Prozent diese Schulform. Berücksichtigt werden muss beim Verlauf der tatsächlichen Schülerströme die IGS, die 8,8 Prozent der Stadthäger Fünftklässler angesteuert haben. Im aktuellen Schuljahr sowie in den beiden folgenden bereitet die Bewältigung der Schülerströme nach Dehnes Angaben keine größeren Probleme. Rein rechnerisch hat das Ratsgymnasium (RGS) (gesamt : 55 Klassenverbände) zurzeit einen Fehlbedarf vom einem Klassenraum, das WBG ein Fehl von sieben und die IGS von drei Räumen. Während die Gymnasien den Fehlbedarf durch organisatorischen Maßnahmen in den eigenen Mauern regeln, benutzt die IGS das Gebäude der ehemaligen OS für seine Oberstufe. Die Schule Am Schlosspark weist dagegen einen Überhang von 16 Räumen aus. Dazu zählen aber die von der IGS und der VHS mitgenutzten ehemaligen OS-Räume. Zum Schuljahr 2010/2011 stellt sich die Raumsituation dramatischer dar: Das WBG weist dann ein Fehl von 16 Räumen aus. Dieses wird laut Dehne im eigenen Gebäude nicht mehr auszugleichen sein. Deshalb werde als eine Lösung zurzeit darüber nachgedacht, "einen kompletten Jahrgang auszulagern" - und zwar in die ehemalige OS. Auf dasselbe Gebäude wird dann verstärkt die IGS angewiesen sein, die 2010 ein Fehl von zehn Räumen ausweist, während das RGS sein Fehl von neun Räumen in den eigenen Wänden managen werden kann. Für die Schule Am Schlosspark hat die Kreisverwaltung für dieses Stichjahr einen Überhang von 21 Räumen ausgerechnet, der WGB und IGS unter diesen Umständen sehr entgegen kommt. In den Folgenjahren besagen die Geburtenzahlen einen Rückgang der Schülerzahlen, und die Prognosen der Kreisverwaltung gelten laut Dehne natürlich nur, so lange sich an der Schulstruktur nichts ändere.



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