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Der neue Chef erklärt, warum

Wasserverband Ithbörde/Weserbergland: Preise ziehen an

DIELMISSEN. Etwas mehr als drei Monate steht Bernd Witte jetzt an der Spitze des Wasserverbandes Ithbörde/Weserbergland. Am 1. Oktober 2017 hat er seinen Schreibtisch in der Samtgemeindeverwaltung Eschershausen-Stadtoldendorf verlassen und die Geschäftsführung des Wasserverbandes übernommen.Nun steigen die Preise.

veröffentlicht am 14.01.2018 um 15:33 Uhr

Bernd Witte an seinem Schreibtisch beim Wasserverbandes Ithbörde/Weserbergland. Foto: fhm
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Eine Aufgabe, die – so könnte man meinen – unter keinem guten Stern steht. Mehrere Geschäftsführerwechsel, Prozesse mit den Bürgerinitiativen und der drohende Weggang der Samtgemeinde Boffzen lassen den Verband immer wieder in negativen Schlagzeilen erscheinen.

„Ich habe den Schritt nicht bereut“, sagt der Verwaltungsfachmann. Im Gegenteil, er schätze diese Aufgabe. „Es ist eine Verantwortung, in der ich führen und gestalten kann“, macht Bernd Witte deutlich, der schon in der Verwaltung als Hauptamtsleiter und Personalchef Verantwortung getragen hat.

Witte hat eine klare Vorstellung von dem, was er mit seiner Arbeit erreichen will. „Der Wasserverband muss als erfolgreicher Dienstleister wahrgenommen und angenommen werden. Das sehe ich als meine Hauptaufgabe.“

Die Arbeit beim Wasserverband ist für den neuen Geschäftsführer keine unbekannte Größe. 1992 kam Witte vom Landkreis Holzminden zur Verwaltung in Eschershausen. Als Vertreter des damaligen Verwaltungschefs wurde er 1994 stellvertretendes Vorstandsmitglied des Wasserverbandes. In der Phase, als der Verbandsvorsteher Bernd Kaussow übergangsweise auch die Geschäftsführung übernahm, stand Witte ihm mit seinem Know-how zur Seite.

„Hier beim Wasserverband ist Einiges zu machen, und das gehen wir an“, stellt Witte fest. Seit seiner Übernahme tagt der Vorstand einmal in der Woche. „Unsere Struktur ist so gesetzt, dass der Vorstand das Führungsorgan ist.“ Jetzt müssen die Entscheidungen fallen, und das zügig und sachorientiert, hat Witte vorgegeben. Der Vorstand folgt seinem neuen Geschäftsführer und seinem Führungsstil. Auch die selbstgesteckte Arbeitsweise, dass ein Problem nach dem anderen abgearbeitet werden muss, setzt Witte um.

Die ersten Themen, denen er sich nach dem Amtsantritt widmete, waren die Kalkulation der neuen Entgelte für 2018 und eine bestandssichere Liquiditätsplanung des Verbandes. Die kalkulatorische Eigenkapitalverzinsung beim Wasserverband ist mit 0,8 Prozent festgelegt. Nach Aussage der Wirtschaftsprüfer sei eine solche Verzinsung nicht korrekt und decke auch nicht die möglichen Unwägbarkeiten ab. Besser und wirtschaftlicher sei es, die Verzinsung bei drei bis fünf Prozent anzusetzen. Diese Maßgabe wurde umgesetzt, was natürlich Auswirkungen auf die neuen Entgelte hat. So steigen die Wasser- und Abwasserentgelte um bis zu elf Prozent. Im Bereich Polle steigen sie sogar um fast ein Drittel. Dort komme eine weitere Besonderheit hinzu, was den Anstieg erklärt, so Witte. Hier wurde mit den Stadtwerken Bad Pyrmont eine Vereinbarung zur Wasserlieferung für die Ottensteiner Hochebene geschlossen. Diese zusätzlichen Kosten werden in den Entgeltehaushalt einberechnet.

Die nächsten Maßnahmen, die sich Witte nach der Neugestaltung der Eigenkapitalverzinsung vorgenommen hat, ist die Verringerung des Fremdkapitals im Verband. „Damit wollen wir die Kosten senken, was sich dann auf die Preise auswirken wird“, betont der Geschäftsführer. Und auch die Preis-Kosten-Steuerung habe er sich vorgenommen. Wichtig ist dem neuen Chef auch das Gespräch mit den Bürgerinitiativen. Hier stehen in den nächsten Wochen Termine an. „Für mich ist es wichtig, dass der Wasserverband das gut macht, für was er da ist. Die Menschen mit Wasser zu versorgen und die Entsorgung zu sichern. Das ist die Maßgabe“, unterstreicht Witte sein Credo. fhm

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