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Handglockenchor "Parrish Bells" aus Virginia zu Gast / Vor Bill Clinton gespielt

Washington-Wiedensahl: Koffer weg, Noten weg - Riesenglocke im Gepäck

Wiedensahl (jed). Chaotischer und abenteuerlicher hätte die Reise von Washington nach Wiedensahl für die 14 Mitglieder des amerikanischen Handglockenchores "Parrish Bells" aus Manassas/Virginia kaum sein können. Erst der verspätete Abflug in Washington, dann der dadurch zwangsläufig verpasste Anschlussflug von Amsterdam nach Langenhagen und schließlich auch noch der kurzzeitige Verlust einiger Koffer, die erst mit zweitägiger Verspätung in Wiedensahl eintrafen. Der vorgesehene Zeitplan für den ersten Besuchstag war dadurch nicht mehr einzuhalten. Es musste kräftig improvisiert werden.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 11:18 Uhr

Thomas Eickhoff (l.) bekam von Milton Rodgers (r.) eine besonder

Die für den Nachmittag vorgesehene Probe der Amerikaner in der Wiedensahler St.-Nicolai-Kirche musste ausfallen, dafür setzte sich der aus sechs Fahrzeugen bestehende Abholkonvoi am späten Nachmittag ein zweites Mal Richtung Flughafen Langenhagen in Bewegung. Am frühen Abend trafen die amerikanischen Gäste dann schließlich etwas übermüdet und mit über achtstündiger Verspätung im Wiedensahler Pfarrhaus ein, wo sie von den Wiedensahler Handglöcknern, den Gastfamilien, einigen Vertretern des Gemeinderates und Pastorin Susanne Link-Köhler besonders herzlich mit viel Applaus und einem kleinen Imbiss begrüßt wurden. Auch hier war der Verlust einiger Koffer das Thema Nummer eins, denn in einem befanden sich schließlich die Noten der Musiker. Gottlob hatte Milton Rodgers, Leiter der "Parrish Bells", noch einen kompletten Satz Notenblätter im Handgepäck. Ihre Handglocken hatten die Amerikaner zu Hause gelassen, denn während der Konzerte in Wiedensahl, Loccum, Minden und Hannover kamen wie abgesprochen dieGlocken der Gastgeber zum Einsatz. Wiedensahls Chorleiter Thomas Eickhoff schmunzelnd: "Dann bleiben die Töne ja vielleicht in den Glocken hängen - und wir müssen nicht mehr proben." Ganz glockenlos waren die "Perrish Bells" aber doch nicht angereist, denn ein besonders großes Exemplar aus unlackierter Bronze und in der für Handglocken höchst seltenen Tonlage G 2 - zu Deutsch: Kontra G - befand sich im Gepäck und wurde während des gemeinsamen Grillfestes im Pfarrgarten von Milton Rodgers als Gastgeschenk an Thomas Eickhoff überreicht. Was den Tonumfang betrifft, dürfte der Wiedensahler Handglockenchor damit in Deutschland führend sein. Wer die einige Kilogramm schwere Glocke künftig spielen wird, ist noch unklar, aber kräftig, so Thomas Eickhoff und Milton Rodgers, müsse derjenige schon sein. In der knappen Zeit zwischen ihren fünf Aufritten haben die amerikanischen Gäste, die 1996 sogar einmal vor Bill Clinton im Weißen Haus konzertiert haben, einigen Sehenswürdigkeiten in der Region einen Besuch abgestattet. Ziele waren die Hamelner Altstadt, das Bückburger Schloss, das Porta-Denkmal, das Steinhuder Meer und die Wiedensahler Museen. Die Kontakte zu Wiedensahl bestehenübrigens bereits seit mehr als 20 Jahren. Damals studierte Milton Rodgers in Herford liturgisches Orgelspiel und brachte die Handglockenmusik nach Wiedensahl. Seitdem sind die freundschaftlichen Kontakte nie abgerissen. Dem Besuch der Wiedensahler Glöckner vor gut vier Jahren folgte jetzt der Gegenbesuch.



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