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"Fürstenblut"-Lesung im Landesmuseum / Letzte Worte einer Gräfin / "Gedanken aus der Unendlichkeit"

Was zwei Gespenster im Schaumburger Wald erleben ...

Bückeburg. Gespenster gibt es, so verriet uns das Bückeburger Künstlerduo Zweins auf seiner ersten "Fürstenblut"-CD, doch man kann sie nur dann sehen, wenn man an sie glaubt und glücklich ist. Darum gebe es in heutiger Zeit nur noch so wenige echte Gespenstersichtungen.

veröffentlicht am 23.11.2007 um 00:00 Uhr

Tolles Ensemble (v.l.): Sängerin Sabrina Kriehn, die beiden Emma

Autor:

Johannes Pietsch

Bei der "Fürstenblut"-Lesung im Landesmuseum müssen jedoch sehr viele glaubende und zugleich glückliche Menschen zugegen gewesen sein, denn sie bekamen nicht nur das aus Autorin Nané Lénard und Komponist Claudio di Facere bestehende Duo nebst Sängerin Black Pearl alias Sabrina Kriehn zu Gesicht, sondern der Gespenster gleich zwei, die während der Aufführung durch das Publikum schwebten. Erneut nahmen Zweins ihre Zuhörer mit auf die geisterhafte Entdeckungsreise des kleinen Gespenstes Emma in ihre eigene Vergangenheit. Wir erinnern uns: Emma zu Schaumburg-Lippe, viel zu jung verstorbene Prinzessin, landete als ruheloses und heimatloses Gespenst auf dem Dachboden von Schriftstellerin Nané Lénard in der Widdserburg - "weil ich mich verflogen habe" - um mit ihr die Spuren ihrer Herkunft und damit die Geschichte des Fürstenhauses zu Schaumburg-Lippe zu erforschen. Gebannt verfolgten die Zuhörer Emmas gelesene und gesungene Stippvisite nach Stadthagen in die Martinikirche und in das dort vom Fürsten Ernst und seiner Frau erbaute Mausoleum, in dem bis 1916 die Mitglieder des Fürstenhauses beigesetzt wurden. Dort traf das ebenso gespenstische wie neugierige Jenseitswesen, dargestelltvon Lisa Krüger und Giuseppina Genduso, auf ihren ehemaligen Spielgefährten, den Geisterhund Leo, der im wirklich Leben Paula heißt. Höhepunkt des ersten Teils war ein nächtliches Zusammentreffen mit mehreren furchterregenden Schattenwesen am Mausoleum der Gräfin Juliane im Schaumburger Wald. Nach der Pause verließen Zweins ihr kleines Fürstengespenst und sprangen mit dem Publikum um mehr als zweihundert Jahre in die Vergangenheit zu den letzten Tagen der Gräfin Juliane zu Schaumburg-Lippe, die 1799 im Alter von nur 38 Jahren an Lungenentzündung starb. Mit Beklemmung vernahmen die Zuhörer Julianes letzte Gedanken, die sie, bereits mit dem Tode ringend, als Briefe an den befreundeten Züricher Arzt Johann Caspar Lavater richtete. Schrieb sie die Worte wirklich selbst? Oder stammten diese mehr als authentisch wirkenden Sätze einer vor über 200 Jahren gestorbenen Gräfin vielmehr aus der Feder von Autorin Nané Lénard? Zweins ließen dieses Rätsel offen. Seit der "Fürstenblut"-Lesung im Landesmuseum ist auch die dritte CD dieser historischen Gespenster-Poesie mit dem Titel "Gedanken aus der Unendlichkeit" erhältlich. Zu erwerben ist sie bei den Buchhandlungen Scheck und Frommhold sowie bei Scheloske und Becker Antiquitäten. Jeweils ein Euro des Verkaufspreises geht an die Hilfsaktion "Kinder in Not", einer an die Schaumburger Landschaft. Für "Gedanken aus der Unendlichkeit" konnten Nané Lénard und Claudio di Facere einen sehr prominenten Gastsprecher gewinnen, um das Gedicht "Der Duft" zu interpretieren. Sein Name soll auf ausdrücklichen eigenen Wunsch nicht verraten werden, wer sich jedoch in der heimischen Künstlerszene etwasauskennt, wird seine Stimme schnell erkennen.



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