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Handchirurg Dr. Jobst Meyer erörtert "Volkskrankheit" Daumensattelarthrose

Was tun bei Problemen mit dem Sitz im Daumensattel?

Bückeburg (bus). Die Daumensattelgelenkarthrose ist zentrales Thema der fünften Klinikfortbildung im Krankenhaus Bethel in Bückeburg gewesen. Was (männlichen) Außenstehenden auf den ersten Blick als beliebige Thematik erscheinen mag, entpuppte sich binnen weniger Momente als eine schwerwiegende Komplikation. "Diese chronische Gelenkerkrankung kann durchaus als Volkskrankheit bezeichnet werden", gab Handchirurgie-Oberarzt Jobst Meyer zu verstehen. 30 Prozent aller Frauen über 50 Jahre seien betroffen.

veröffentlicht am 21.02.2007 um 00:00 Uhr

Dr. Jobst Meyer

Die Erkrankung im Articulatio sellaris des Daumensattels, wo die Bewegung um zwei senkrecht zueinander stehende Achsen erfolgt, gilt, da sie oft bei Frauen im Anschluss an die Wechseljahre auftritt, unter Medizinern landläufig als Erkrankung älterer Damen. Sie ist aber auch bei Männern anzutreffen. Schätzungen gehen davon aus, dass jeder zehnte Bundesbürger über Probleme mit dem Sitz im Daumensattel (nicht Damensattel!) verfügt. Kennzeichnend ist eine Degeneration des Gelenkknorpels. Obwohl die Ursachen einer restlosen Aufklärung harren, lässt das gehäufte Auftreten nach der Menopause hormonelle Ursachen vermuten. Auch vererbliche Faktoren sollen eine Rolle spielen. Charakteristisch für die thematisierte Arthrose ist ein Druckschmerz über dem Daumensattelgelenk, darüber hinaus kann eine Schwellung auftreten. Schmerz und Kraftlosigkeit bei der Gegenüberstellung des Daumens gegen die anderen Finger, manchmal Schmerzen auch in Ruhe sowie deren Ausstrahlung in den Unterarm sindebenfalls kennzeichnend. Die konservative (ohne Operation) Therapie setzt vor allen Dingen auf schmerzreduzierende und die Durchblutung fördernde Aktionen. Nach Ausschöpfung des konservativen Potentials treten die Chirurgen in Erscheinung. Deren mannigfaltige Möglichkeiten können hier nicht vollends wiedergegeben werden. Erinnert sei aber an die "Rekonstruktion des Ligamentum metacarpale dorsale mit distal gestieltem Sehnenspan". Handchirurgische Feinformulierung beiseite: Meyer schilderte die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Operationstechnikenüberaus anschaulich und detailkenntnisreich. Interessant für alle Betroffenen sind die Ergebnisse einer vom Oberarzt präsentierten Patientenbefragung, der zufolge etwa 80 Prozent der Teilnehmer im Anschluss an die OP schmerzfrei waren. Die Frage "Kraft besser oder gleich?" beantworteten 86 Prozent positiv. Im Krankenhaus Bethel kommen seit Januar 2003 unter bestimmten Voraussetzungen Keramikprothesen zum Einsatz, die weitere Vorteile hinsichtlich Beweglichkeit und Schmerzfreiheit versprechen. Dr. Jobst Meyer verhehlte unterdessen nicht, dass zehn Prozent der Antworten der 2000 / 2001 in Lemgo vorgenommenen Befragung negativen Charakters waren. Was nach Auskunft von Handchirurgie-Chefarzt Dr. Michael Schönberger belege, dass der Vortrag "nicht nur exzellent sondern auch ehrlich" gewesen sei.

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