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Ein Bestattungsinstitut bietet den Angehörigen Zeit und einen eigenen Raum für die Trauer

Was passiert, wenn ein Mensch stirbt?

veröffentlicht am 04.04.2015 um 06:00 Uhr

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der Klasse 3A der Grundschule Bodenwerder

Bodenwerder. Was geschieht mit den Toten? Diese Frage und viele andere stellten wir Frau Schomburg im Bestattungsinstitut Schomburg in Bodenwerder. Sie beantwortete sehr geduldig all unsere Fragen und erklärte uns die einzelnen Schritte, die gemacht werden müssen, wenn ein Mensch gestorben ist. Alles war sehr interessant. Wir wissen jetzt ganz genau, dass der Tod zum Leben gehört.

Der Tod wird festgestellt

Zuerst muss ein Arzt gerufen werden. Der Arzt untersucht den Toten sehr gründlich, weil er die Todesursache feststellen muss. Er schaut dem Toten auch mit einer Taschenlampe in die Augen. Wenn die Pupillen kleiner werden, ist klar, dass der Mensch noch lebt. Wenn er sich aber nicht mehr bewegt, bedeutet das, dass der Mensch tot ist. Dann muss der Arzt eine Totenbescheinigung ausfüllen.

Danach wird der Verstorbene gewaschen und schön angezogen. Das können die Angehörigen oder das Pflegepersonal im Pflegeheim oder jemand aus dem Bestattungsinstitut machen. Man sagt, der Verstorbene tritt seine letzte Reise an. Das ist etwas Besonderes, deshalb wird er schön angezogen. Menschen, die an ein Leben nach dem Tod glauben, möchten sauber zu Gott kommen. Bei den Muslimen und den Juden werden verstorbene Frauen nur von Frauen gewaschen und Männer nur von Männern. Muslime öffnen ein Fenster, wenn jemand verstorben ist, damit die Seele zu Allah findet.

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Abschied nehmen

Die Angehörigen können von ihrem Verstorbenen so Abschied nehmen, wie sie es möchten. Das kann in einem besonders schön eingerichteten Raum im Bestattungsinstitut sein oder in der Friedhofskapelle. Die Angehörigen dürfen ihren Toten streicheln oder drücken. Sie können so viel Zeit mit ihm verbringen, wie sie möchten. Dabei können sie ganz still sein, mit dem Verstorbenen sprechen, Musik hören oder auch beten. Jeder darf das so machen, wie es ihm am besten gefällt. Das persönliche Abschiednehmen ist auch für Kinder ganz wichtig. Man kann einem Toten auch etwas in den Sarg legen, ein selbst gemaltes Bild oder ein Erinnerungsstück, das ihn begleitet.

Die Trauerfeier

Vor der Bestattung findet noch eine Trauerfeier statt. Das kann in einem besonderen Raum im Bestattungsinstitut oder in der Friedhofskapelle sein. Die Religion oder Weltanschauung des Verstorbenen bestimmt, wie die Trauerfeier gestaltet wird. Das kann ganz verschieden sein. Es wird immer über das Leben des Verstorbenen gesprochen, was ihm wichtig war, wie er gelebt hat. Dabei geht es sehr feierlich zu. Der Raum wird oft besonders schön geschmückt mit Blumen und Kerzen.

Die Bestattung

Man kann schon zu Lebzeiten festlegen, wie man bestattet werden möchte. Wenn das nicht gemacht wurde, entscheiden die Angehörigen über die Art der Bestattung. Es gibt die Erdbestattung. Der Verstorbene wird in einen ausgepolsterten Sarg gelegt, der Sarg wird verschlossen, bis zum Grab gefahren und in eine ausgehobene Grube auf dem Friedhof herabgelassen und mit Erde bedeckt. Muslime werden in ein weißes Tuch gewickelt und in die Erde gelegt. Ihr Grab zeigt nach Mekka, das ist ein heiliger Ort in Saudi-Arabien. Bei der Einäscherung wird der Sarg zum Krematorium gefahren, kommt dort in einen großen Ofen, wo er bei großer Hitze verbrennt. Da bleiben etwa zwei Liter Asche übrig, die in eine Urne kommt. Eine Urne ist ein rundes Gefäß mit Deckel und langen Bändern. An diesen Bändern wird die Urne sanft in die Erde gelassen. Urnen sind ganz unterschiedlich verziert. Bei einer Seebestattung wird eine Urne, die sich im Wasser auflöst, im Meer versenkt.

Die Friedhofskapelle

Die Friedhofskapelle in Bodenwerder ist die älteste Friedhofskapelle in der Region. Sie wurde schon 1909 erbaut. Sie hat zwölf Fenster. Auf zehn Fenstern werden Geschichten von Jesus gezeigt, die mit seinem Tod und seiner Auferstehung zu tun haben. In der Kapelle gibt es Bänke für die Trauergemeinde, ein Podest, auf dem der Sarg steht, einen Wagen, mit dem der Sarg zum Grab gefahren wird, eine kleine Orgel für die Musik bei der Trauerfeier, große Kerzenständer und ein Mikrofon für den Pastor oder Trauerredner. Am Ausgang steht ein Spendenteller.

Der Friedhof

Auf dem Friedhof haben wir ganz unterschiedliche Gräber gesehen. Die Urnengräber sind viel kleiner als die anderen Gräber. Familiengräber sind besonders groß.

Am meisten haben uns die Kindergräber beschäftigt. Ein Kind hat nur einen einzigen Tag gelebt. Wir hätten gern gewusst, warum die Kinder gestorben sind.

Bei der Besichtigung des Friedhofes und der Särge konnten viele Fragen über den Tod geklärt werden.



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