weather-image
22°
Zehn Tipps und Tricks, wie die lästigen und stechenden Insekten vertrieben werden können

Was hilft gegen Wespen?

Besucher von Biergärten und Eiscafés können zurzeit ein Lied davon singen: Kaum haben sie Platz genommen, schwirren die ersten Insekten um sie herum. Wird Essen oder Eis serviert, vervielfältigen die Plagegeister sich und machen den Aufenthalt im Freien für manchen zur Qual.

veröffentlicht am 06.08.2015 um 00:00 Uhr

270_008_7753121_hin102_pixabay_0608.jpg

Autor:

von christa koch

Besonders in der Rinteln Altstadt, wo sich Eiscafés und Restaurants mit Außenbewirtschaftung abwechseln, kann man die Angriffe der geflügelten Plagegeister gut beobachten. Sie setzen sich auf Menüs, gern auch auf Eisbecher, tauchen in gefüllte Gläser ab, krabbeln den Gästen am Arm herum. Dörte Liebscher aus Verden etwa, die mit ihrer kleinen Enkelin in der Innenstadt Platz genommen hat: „Ich hatte Marie ein großes Eis mit Sahne versprochen. Aber wegen der vielen Wespen konnte sie es überhaupt nicht genießen. Sie hat geweint.“ Auch wer gern seine Mittagspause in Rintelns guter Stube verbringen und bei diesem Wetter einen Snack im Freien essen möchte, muss sich vorsehen: Wespen lieben nämlich nicht nur Süßes, sondern auch tierisches Eiweiß. Nur fanatische Naturfreunde haben aber Spaß daran, aus unmittelbarer Nähe zu beobachten, wie Wespen einen regelrechten Rand in den Schinken auf der Pizza sägen.

Auf liebgewordene Gewohnheiten muss in diesen Tagen aufgrund der Wespenfülle so mancher verzichten. Fritz-Henning Jürgens beispielsweise, Chef im Hamelner Hotel „Mercure“, frühstückt im Sommer gern auf seiner Terrasse unter den großen Kastanien. Seit Tagen aber ist das praktisch unmöglich, Lebensgefährtin Beatrix Hansen lässt inzwischen alles im Restaurant. Und mittags ist hier mittlerweile gar nicht mehr eingedeckt.

Geradezu ein Wespen-Paradies scheint übrigens der Wochenmarkt zu sein: Nicht nur die üblichen Pflaumen locken die Plagegeister an, auch anderes Obst und natürlich Kuchen sind begehrte Leckerbissen für die Insekten. Regine Hakenbeck, die jeden Mittwoch und Samstag hinter ihrem Bäckerei-Verkaufstresen in Hameln steht, hat bei der Bekämpfung der Tierchen so ihre eigenen Erfahrungen gemacht: „Ich habe mal eine angepriesene Tinktur aus Holland gekauft, die angebliche Wespen anzieht, die dann darin ertrinken sollen. Da sind sie in hohem Bogen drum herumgeflogen.“ Jetzt greift die Bäckersfrau zu einem drastischen Mittel: dem Staubsauger!

270_008_7753116_hin_pixabay_0608.jpg
  • … wie den Duft von Tomatenpflanzen.
270_008_7753131_hin104_zitrone_0608.jpg

Dabei hat die gemeine Wespe zunächst einmal ja gar nichts Böses im Sinn. Meistens verteidigt sie sich nur, wenn sie sich angegriffen fühlt. Und das kann schon dann der Fall sein, wenn Menschen in der Nähe aus Panik wild herumfuchteln. Auch wenn manche Rintelner aufgrund schmerzhafter Erfahrungen im Open-Air-Bereich eine regelrechte Wespenplage befürchten, so raten Experten doch eher zur Gelassenheit. „Wenn man sich richtig verhält, muss man keine allzu große Angst haben“, sagt etwa Julian Heiermann vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu). Aufgrund der für die Tiere günstigen Witterung gebe es übrigens in diesem Jahr mehr Wespen. Der Grund in der Häufung liege im frühen, vergleichsweise warmen und trockenen Frühjahr: „Das waren gute Voraussetzungen für den Aufbau der Völker.“ Während Bienen – ein ganzer Schwarm hatte sich zum Beispiel vor einigen Tagen direkt bei der Redaktion der Dewezet niedergelassen – ihre Nester mehrjährig nutzen, sterben Wespen irgendwann, nachdem die Königin das Nest verlassen hat. Und andere Wespen bauen ihre Staaten jedes Jahr neu auf.

Was aber tun, um der Plagegeister Herr zu werden? Süße Speisen und Getränke, wissen die Experten, ziehen Wespen geradezu magisch an, daher sollte Essen und Trinken nach Möglichkeit abgedeckt werden. Denn Wespen orientieren sich am Geruch – etwa von süßen, aber auch von eiweißhaltigen Speisen. Kommen sie zu nahe, gilt es, Ruhe zu bewahren und nicht nach ihnen zu schlagen. Wespen sind aggressiver als Bienen, und wenn eine Wespe sticht, überlebt sie das. Bienen stechen zwar auch zu, sie verlieren allerdings ihren Stachel und sterben anschließend. Tipps und Tricks gegen die Wespen:

Zitrone: Schon Großmutter schwor auf Zitrone, gespickt mit Nelken. Sie soll Wespen von der Kaffeetafel fernhalten. Dekorieren Sie zum Beispiel den Tisch mit Zitronenscheiben, die mit Gewürznelken gespickt sind – diesen Geruch mögen Wespen überhaupt nicht. Auch Tücher mit Salmiakgeist im Garten helfen.

Kaffee: Den Duft von Kaffee mögen Wespen nicht. Um sie vom Tisch zu vertreiben, Kaffeepulver oder Kaffeebohnen in einem feuerfesten Gefäß anzünden.

Ätherische Öle: Teebaumöl, Minz- oder Eukalyptusöl wird zwar von Menschen geschätzt, von Wespen aber weniger.

Tomate: Der Duft der Pflanzen soll Wespen vertreiben.

Basilikum: Auch die frischen Blätter dieses Strauches riechen und wirken angeblich gegen Wespen.

Räucherstäbchen: Ein weiteres Hausmittel gegen Wespen sind Räucherstäbchen. Am Kaffe- oder Grilltisch anzünden.

Überreifes Obst: Nahrungsmittel nicht offen herumstehen lassen. Essensreste und Fallobst im Garten sofort wegräumen. Ausnahme: Überreife Trauben als Lockmittel aufstellen – aber weit genug weg von Lebensmitteln. Hilfreich können die überreifen Weintrauben durchaus sein. Fünf bis zehn Meter vom Ort der Kaffeetafel entfernt postiert, locken die Trauben die Wespen an. Den Obstkuchen lassen sie dafür links liegen.

Kein Weiß, Gelb und Blau: Diese Farben sowie süße Parfüms sollte man meiden – denn sie sind für Wespen unwiderstehlich.

Bloß keine Fallen: Im Handel erhältliche Wespenfallen erweisen sich meist als Fehlschlag: Denn eine Wespe in Not sendet Geruchsstoffe aus, die noch mehr Wespen anlocken.

Haarspray: Besser ist es, man holt aus dem Badezimmer ein Haarspray und sprüht damit im Raum herum. Die Wespe wird dadurch bewegungsunfähig und stürzt ab. Was aber, wenn man bereits gestochen wurde? Auch hier: Ruhe bewahren. Und die Stelle kühlen, rät die Hamelner Ärztin Dr. Anke Willeke. „Wichtig ist, den Stachel zu entfernen, notfalls mit dem Fingernagel, und kühlende Umschläge auf die Stelle packen. In der Apotheke gibt es außerdem antiallergische Mittel in Form von Creme oder Tabletten.“ Ausnahme: wenn jemand Allergiker ist. Denn der schwebt nach einem Wespenstich in Lebensgefahr. Mediziner raten deshalb, in der fraglichen Saison nie ohne ein Notfallset unterwegs zu sein, das in aller Regel ein Hautarzt (oder auch der Hausarzt) zusammenstellt und das unter anderem Adrenalin und Cortison enthält. Empfehlenswert ist auch eine grundlegende Hyposensibilisierung. In deren Rahmen erhält der Patient über einen Zeitraum von fünf Jahren monatlich eine Spritze, am Ende der Zeit wird – unter anderem im Klinikum Minden – ein sogenannter „Provokationstest“ (mit lebenden Wespen!) durchgeführt. Zeigt sich keine abnorme Reaktion mehr, kann der Allergiker aufatmen.

Gelb-schwarz, klein und gemein – so werden die Wespen jetzt gerade wieder beschrieben. Anfang August haben sie Hochsaison und verleiden so manchem den Aufenthalt im Freien. Wir haben in Biergärten, Eiscafés, Bäckereien und Restaurants geschaut und geben Tipps, wie man Wespen am besten vertreiben kann.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt