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Bürgermeister Mittmann: "Neuer Versuch, den Ort zu schwächen" / Röhrkasten: "Neu beraten"

"Was da abgelaufen ist, ist eine Art Putsch"

Krainhagen (rnk). Heftig kritisiert wird die einstimmig im Fachausschuss beschlossene Schließung der Außenstelle Krainhagen der Grundschule von Ortsbürgermeister Thomas Mittmann und vom Ortsbeauftragten und ehemaligen Vorsitzenden des Schulausschusses, Herbert Röhrkasten, der eine Neuaufnahme der Beratungen fordert.

veröffentlicht am 23.06.2007 um 00:00 Uhr

Die geplante Schließung der Schulaußenstelle erhitzt die Gemüter

"Wenn die sachlichen Argumente zur Schließung der Grundschulaußenstelle fehlen, werden auf einmal jetzt von der Verwaltung und Schuldirektor Claus-Dieter Gnad die finanziellen Argumente herbeigezogen", meint Mittmann: "Es werden hier Zahlen gebraucht, die so nicht ganz nachvollziehbar sind. Oder hat uns Politiker die Verwaltung jahrelang hinters Licht geführt, um Ruhe zu haben?" Dass der Beschluss einstimmig war, kann Mittmann nicht verstehen: "Was mich wundert, ist das Umkippen der SPD-Mitglieder. Im letzten Wahlkampf wurde die Grundschule noch immer hochgehalten. Aber wenn's ans Geld geht, werden die Argumente doch weniger." Mittmann warnt vor einem einzigen Schulstandort Obernkirchen: "Wenn Schulleiter Gnad sein Konzept durchbekommen hat, werden Forderungen nach einer Gebäudeerweiterung für Obernkirchen kommen." Und: Was Gnad "wahrscheinlich bewusst im Schulausschuss verschwiegen hat, ist die Tatsache, dass sich die Klassenlehrerkonferenz im letztem Jahr gegen eine Ganztagsgrundschule ausgesprochen hat, dass also erst mal keine Ganztagsgrundschule für Obernkirchen in Betracht kommen wird." Über einer Sanierung des Schuldaches, so Mittmann, "wurde im Vorfeld nie berichtet. Im Gegenteil, in der Prioritätenliste zur Bauunterhaltung der städtischen Gebäude, die seit mehreren Jahren fortgeschrieben wird, waren immer nur Fenster, Malerarbeiten, Ausgangstür im Keller und die WC-Anlagen eingetragen. Zur Haushaltsberatung 2007 kam dann noch die Sanierung des Schmutzwasserkanals in die Liste. Nach der Brandschau durch den Landkreis im März oder April diesen Jahres wurde uns mitgeteilt, dass auf dem Gebäude eine Blitzschutzanlage installiert werden müsste. Weitere Aufwendungen wären nicht nötig." Irritiert ist Mittmannüber einen anderen Punkt: Was passiert mit dem Gebäude? Denn in der letzten Ortsratssitzung in Krainhagen habe Bürgermeister Oliver Schäfer noch dafür geworben, zu überlegen, für das Gebäude eine andere Nutzung - zum Beispiel Kinderhort oder ähnliches - nachzudenken: "Diese Modelle sind dann doch hinfällig, da das Gebäude so oder so saniert werden müsste." Für Mittmann kommt ein Abriss so teuer, dass dieser auch nicht in Betracht kommen werde: "Ein Abriss mit Rückbau auf ein Baugrundstück käme gut und gerne auf 120 000 bis 150 000 Euro." Unter der ganzen Pflasterung des Schulhofes befinde sich noch die Teerschicht aus früheren Jahren die damals aus Kostengründen liegen geblieben war. Sie hätte als Sondermüll teuer entsorgt werden müssen, was heutzutage noch viel teurer kommen wird, meint Mittmann: "Eine zweite Ruine in Krainhagen können wir uns nicht leisten. Die Kirche steht schon seit mehreren Jahren ungenutzt und kann nicht an den Mann gebracht werden. So wird es auch mit dem Schulgebäude passieren." Mittmann malt am Schluss seiner Stellungnahme, die er nicht mit der SPD abgesprochen habe, das Szenario einer Verschwörung an die Wand: "Als nächstes kommt vielleicht der Kindergarten dran, da am Kammweg und Kleistring doch so viel Platz vorhanden ist. Es wird wieder versucht, diesmal über die finanzielle Schiene, die Ortschaft zu schwächen. Dann können wir uns das Ausweisen von neuen Baugebieten sparen." Herbert Röhrkasten nimmt als ehemaliger Vorsitzender des Schulausschusses zum Beschluss so Stellung: "Was da jetzt abgelaufen ist, ist eine Art Putsch." Zu seiner Zeit waren "nie und nimmer Zahlen von dieser Tragweite auf dem Tisch". Es sei hier im Geheimen eine Fleißarbeit vollbracht worden, die daran bestanden habe, nur Negativzahlen für die Krainhäger Schule zu "erarbeiten" , die höchst zweifelhaft seien, zum Teil sogar unmöglich, greift er das Rathaus und das Bauamt an. Röhrkasten: "Ich zweifel dieses Zahlenwerk massiv an und fordere als augenblicklicher Ortsbeauftragter eine Neuaufnahme der Beratungen - auch in den Fraktionen, vor allem in der SPD." Diskutiert werden solle dann, so fordert es Röhrkasten, "unter den Voraussetzungen, die zu meiner Zeit als Schulausschussvorsitzender herrschten".

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