weather-image
Hellental bekommt sauberes Trinkwasser durch Aufbereitungsanlage des Technischen Hilfswerkes

Warum steht ein roter Whirlpool im Wald?

Hellental (nig). Wäre es nicht so kalt, würde der rote Whirlpool im Wald über Hellental richtig einladend wirken. Aber darin zu baden, ist streng verboten. Denn das klare Wasser, das darin blubbert, ist Trinkwasser, mit dem derzeit die ganze Ortschaft Hellental versorgt wird. Deshalb ist Hygiene oberstes Gebot. Das Technische Hilfswerk hat diese Wasseraufbereitungsanlage, von denen es in ganz Deutschland nur zwei gibt, aufgebaut und betreibt sie seit Dienstag.

veröffentlicht am 22.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:21 Uhr

Der rote Whirlpool im Wald versorgt Hellental mit sauberem Trink
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Der Grund für diese aufwendige Maßnahme sind Eintrübungen im Trinkwasser, die vergangene Woche bei routinemäßigen Untersuchungen im Hochbehälter Hellental aufgefallen sind. Mitte August gab es bakteriologische Auffälligkeiten, daher wurde seitdem das Wasser zur Vorsicht mit Chlor versetzt. Nun kamen – vermutlich durch Starkregen sowie Veränderungen im Wassereinzugsgebiet – die weiteren Eintrübungen hinzu.

Die Filter an der Henkenborn-Quelle und im Hochbehälter waren dem nicht gewachsen. „Die nachgeschaltete Technik konnte nicht mehr einwandfrei arbeiten“, erläutert Harald Butchereit als Geschäftsführer der Stadtwerke Stadtoldendorf. Also wurde der Zulauf aus der Quelle vorerst gestoppt, der Ort Hellental mit dem im Hochbehälter vorhandenen und gereinigten Wasser versorgt. „Der Vorrat reichte aber nur maximale fünf Tage, also haben wir am Montag im Krisenstab gemeinsam nach einer Lösung gesucht“, so Butchereit. Das Gesundheitsamt war eingeschaltet, die Gemeinde Heinade, und die Abteilung Wasserversorgung von e.on Westfalen-Weser.

Schließlich kam die Idee, eine mobile Aufbereitungsanlage des Technische Hilfswerkes anzufordern. Anlagen in dieser Größenordnung, die fünf bis zehn Kubikmeter Wasser pro Stunde aufbereiten können, gibt es nur zwei in Deutschland, eine davon in Wolfenbüttel.

Die Helfer vom Technischen Hilfswerk, die alle ehrenamtlich arbeiten, rückten am Dienstag an, nahmen innerhalb von wenigen Stunden ihre Anlage in Betrieb. „Das ist das erste Mal, dass wir diese Anlage im echten Einsatz betreiben“, sagt Marc Bühner, der als Zugführer die Einsatzleitung vor Ort hat. „Bisher hatten wir nur Übungsläufe.“

Zusammen mit den weiteren Beteiligten, darunter Klaus-Günter Maischack als technischer Leiter der Stadtwerke Stadtoldendorf, Matthias Schön von der Fachabteilung Wasser/Abwasser bei e.on Westfalen-Weser und Dr. Klaus Weber als Leiter des Kreis-Gesundheitsamtes, ist er zufrieden mit der Funktion der Aufbereitungsanlage, die aus 1500 Einzelteilen besteht und auf 32 Euro-Paletten verladen wird. Für die Versorgung von Hellental bei einem Wasserverbrauch von 25 bis 30 Kubikmetern pro Tag musste sie allerdings nicht in voller Größe aufgebaut werden. Das Wasser aus der Quelle Henkenborn durchläuft insgesamt sechs Reinigungsstufen, bevor es in den Hochbehälter zurückgeführt und von dort im ganzen Leitungsnetz von Hellental verteilt wird. Einer dieser Filter ist das Vorbehandlungsbecken, das aussieht wie ein sprudelnder Whirlpool. Hier wird das Wasser mit Sauerstoff versetzt, bevor es durch weitere Schmutzfilter und UV-Filter läuft.

Schließlich wird das Wasser wie bisher mit Chlor versetzt. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Dr. Klaus Weber. Derzeit ist sogar das Quellwasser wieder sauber. „Aber wir warten den nächsten Starkregen ab, ob es wieder Eintrübungen gibt“, sagt Butchereit. Wie es hier mit der Wasserversorgung weitergeht, soll in einer Sitzung beraten werden. Bis dahin wird der rote Whirlpool im Wald noch im Betrieb bleiben.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt