weather-image
15°
×

Warum sich Politiker für Katzen interessieren

Vielen von Euch ist bestimmt schon eine Katze auf dem Nachhauseweg oder auf dem Weg zur Schule gefolgt. Oft sind diese dann sehr dünn und sehen ziemlich ungepflegt aus. Dass liegt meistens daran, dass viele von ihnen kein Zuhause haben und sich niemand um sie kümmert. Viele dieser Katzen haben wenig zu essen, werden häufig krank und bekommen sehr viele Katzenbabys. Solche herrenlosen Katzen werden oft in ein Tierheim gebracht.

veröffentlicht am 17.02.2011 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 18.02.2011 um 11:02 Uhr

Das Tierheim in Hameln nahm im letzten Jahr ungefähr 350 Katzen auf. Viele von ihnen waren krank und eingeschüchtert, sagt die Leiterin des Tierheims, Claudia Gebhardt. Sie und ihre Mitarbeiterinnen bringen die kleinen und größeren Katzen dann erst mal zum Tierarzt, wo sie geimpft und medizinisch versorgt werden. Anschließend kümmern sie sich liebevoll um die Katzen, um sie wieder „aufzupäppeln“ und ihnen das Vertrauen zu den Menschen zurückzugeben. In ganz Deutschland wurden im letzten Jahr drei Millionen solcher heimatlosen Katzen gemeldet.

Dass so viele Katzen in Deutschland kein Zuhause haben, liegt hauptsächlich daran, dass die Besitzer nach einiger Zeit das Interesse an ihren Katzen einfach verlieren. Außerdem kostet eine Katze Geld, weil sie Futter braucht und mehrmals im Jahr zum Arzt muss. Dadurch sehen sich die Herrchen und Frauchen oft gezwungen, die Katzen auszusetzen.

Um die Zahl der ausgesetzten Katzen in Deutschland zu verringern, soll jetzt ein neues Gesetz von den Politikern gemacht werden. Es ist geplant, dass alle Katzen beim Arzt kastriert werden müssen. Nach einer Operation können sie dann keine Kinder mehr bekommen. Manche Leute empfinden diese Maßnahme als übertrieben und unnötig, aber die Regierung und auch viele Tierpfleger sehen darin die einzige Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Ein „Katzenpärchen“ kann pro Jahr ungefähr 15 Katzenbabys bekommen. Und diese 15 Katzenbabys werden auch wieder Eltern von kleinen Katzen, die wiederum auch Junge bekommen.

Da sich das über mehrere Generationen immer weiter fortsetzt, hätte das „Katzenpärchen“ nach sieben Jahren 240 000 Nachkommen, erklärt Claudia Gebhardt.

Gabriele Lösekrug-Möller, Mitglied des Deutschen Bundestags in Berlin, besuchte vor kurzem das Hamelner Tierheim. Sie sieht in dem neuen Gesetz die einzige Möglichkeit, die schnelle Vermehrung der Katzen zu stoppen. Ihrer Meinung nach müssen alle Katzenbesitzer, die ihre Katze nicht kastrieren lassen, bestraft werden. Dieses Gesetz ist schon in einigen Städten und Ländern gültig. Zur Überprüfung der Kastrationspflicht ist es aber nötig, dass jede Katze einem Besitzer zugeordnet werden kann. Dazu dient ein sogenannter „Chip“. Dieser Chip wird unter die Haut der Katze eingesetzt und zeigt eine Nummer an. So kann der Tierarzt mithilfe eines bestimmten Lesegerätes die Nummer erkennen und den Besitzer zuordnen.

Lösekrug-Möller und den Mitarbeitern des Tierheims ist es wichtig, dass wenn man sich einmal für ein Tier entschieden hat, dies für das ganze Leben gilt. Der Mensch trage Verantwortung für die Tiere. sop



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2021
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige