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Anrufbus-Vorsitzende wünscht sich mehr Kulanz bei „Knöllchen“/ Verwaltung: kein Spielraum

Warum nicht „ein Auge zudrücken“ ?

Samtgemeinde Niedernwöhren. Nicht alle Senioren, die der Anrufbus befördert, sind noch gut zu Fuß. Parkplätze in der Nähe von Arztpraxen oder Apotheken sind aber nicht immer vorhanden. Da könne es schon mal vorkommen, dass der Fahrer kurzzeitig im Halteverbot steht, um seine Fahrgäste über die Straße zu begleichen. Das meint jedenfalls Erika Hoppe-Deter, Vorsitzende des Anrufbusses Niedernwöhren, die einen solchen Fall gerade erlebt hat.

veröffentlicht am 13.05.2014 um 22:30 Uhr

Einer ihrer Fahrer habe am Stadthäger Viehmarkt im Halteverbot gestanden, um einer gehbehinderten Frau vom Bus bis zum Arzt zu helfen. Prompt gab es ein Knöllchen, erzählt Hoppe-Deter, die sich wünscht, dass die Stadt in solchen Fällen „einfach mal ein Auge zudrückt“ und Verständnis zeigt. Schließlich profitiere auch die Stadt vom Anrufbus, der täglich zahlreiche Senioren in die Kreisstadt fahre. „Wir halten da doch nicht aus Jux und Dollerei“ – sondern nur, weil die Senioren die weiten Strecken nicht mehr laufen könnten. Darum gebe es ja auch den „Von-Tür-zu-Tür-Service“, denn nicht alle schafften es noch zur Bushaltestelle.

Iris Freimann, zuständig für den Fachbereich Bürgerdienste bei der Stadthäger Verwaltung, sei diese Diskussionen mittlerweile müde. Die Mitarbeiter der Stadt verteilten doch nicht aus Spaß „Knöllchen“, sondern, weil es das Gesetz es so vorschreibe. Das sei nun mal ihr Job.

„Es gibt hier keinen Spielraum“, erklärt Iris Freimann. Die Mitarbeiter könnten nun einmal nicht im eigenen Ermessen entscheiden. Sie könne die Argumente – zum Beispiel von gehbehinderten Menschen – gut nachvollziehen, aber man müsse auch beide Seiten sehen und ebenso Verständnis für die Mitarbeiter der Stadt aufbringen.

Hoppe-Deter liegt diese Angelegenheit so am Herzen, weil alle 22 Fahrer des Anrufbusses ehrenamtlich arbeiten und nur versuchen, ihren Fahrgästen zu helfen. Rund 800 bis 1000 Fahrten im Monat reißt der Bus ab. Zu den drei Bussen soll bald noch ein vierter hinzukommen, der über eine elektrische Rampe verfügen soll, damit Rollstuhlfahrer künftig besser in den Bus kommen. Die Entscheidung müsse aber noch auf Landkreisebene gefällt werden.kil



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