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Im Rintelner Rat: Installation von Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern prüfen

"Warum mit Energie kein Geld verdienen?"

Rinteln (crs). Auf Antrag der WGS-Fraktion hat sich der Rat mit dem Thema Energiesparen befasst. Mit dem Ergebnis: Stadtverwaltung und GVS werden gebeten, eine Vortragsveranstaltung für die Ratsmitglieder zu organisieren, bei der das Umweltbundesamt über Energiesparmaßnahmen und Nutzung erneuerbarer Energien informiert. Außerdem beauftragt der Rat den Bürgermeister, die Rentabilität einer Installation von Photovoltaikanlagen auf den Dächern städtischer Gebäude untersuchen zu lassen.

veröffentlicht am 01.10.2008 um 00:00 Uhr

"Jetzt kommen wir von der Schule aufs Schuldach", leitete WGS-Fraktionschef Gert Armin Neuhäuser bei der Ratssitzung von der IGS-Diskussion zum Thema Energiesparen über. Bei den stetig steigenden Energiepreisen müsse auch die Stadt nach Einsparpotenzialen suchen - und die sieht Neuhäuser bei Photovoltaikanlagen auf den städtischen Dächern. Wenn es vor fünf Jahren noch richtig gewesen sein möge, die Dächer umsonst abzugeben, müsse die Stadt angesichts des gestiegenen Marktwertes den Gewinn heute selber abschöpfen, forderte Neuhäuser: "Warum sollte die Stadt mit Energie kein Geld verdienen?" "Nicht erklärbar" sei für ihn der Gegensatz, dass die Stadt durch das Ausschalten von Straßenlampen in der Nordstadt in einem "für das subjektive Sicherheitsempfinden so sensiblen Bereich spart" und auf der anderen Seite die Verdienstmöglichkeiten mit den städtischen Dächern nicht nutze. Dieter Horn (SPD) griff den von Neuhäuser zugespielten Ball auf und forderte beim Thema Straßenbeleuchtung eine Gleichbehandlung von Kernstadt und Ortsteilen. "Bei uns auf den Dörfern ist das Licht seit über 20 Jahren aus, und wir können gut damit leben", setzte er sich für eine Beibehaltung der derzeit erprobten Regelung ein. Bei Veranstaltungen zum Beispiel reagierten die Stadtwerke flexibel und ließen das Licht länger brennen. Es sei nicht einzusehen, ein solches System allein aufgrund "populistischer Leserbriefe" für die Kernstadt zu kippen, forderte Horn. Auch wenn das Ausschalten der Straßenbeleuchtung nur einen geringen Teil beitrage, sei es doch eine Unterstützung für Umwelt- und Klimaschutz: "Energiesparen bedeutet in der Masse eine Menge." Ursula Helmhold (Grüne) sah das Potenzial der Stadt in Sachen Klimaschutz eher bei Wärmedämmung und Blockheizkraftwerken. Den Gedanken, Dächer bei Solarbörsen anzubieten, unterstützte sie: "Den Ertrag könnte man dann in Wärmedämmung stecken." Stadtwerke-Geschäftsführer Jürgen Peterson rückte durch einige Zahlen die Dimensionen der städtischen Verdienstmöglichkeiten durch die Verpachtung von Dächern gerade. Bei einer Bürgersolaranlage gehe es um einen jährlichen Pachtbetrag von rund 100 Euro, welcher der Gemeinschaft erlassen werde, "das ist nicht zu vergleichen mit dem Dach der Reithalle, die einem auswärtigen Investor als Abschreibungsobjekt dient", betonte er. Zudem sei bei der Bürgersolaranlage zu berücksichtigen, dass die Solargemeinschaft bei jedem Öko-Markt und vergleichbaren Aktionen einen engagierten Einsatz zeige und an eigenen Ständen die Bevölkerung über Solarenergie informiere: "Durch diese Leistung ist die Pacht bei weitem abgegolten."



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