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Warum Fortbildung wichtig ist

Die Fortbildung von Mitarbeitern gewinnt in Zeiten des Fach- und Führungskräftemangels an Bedeutung: Für Arbeitgeber ist es daher sinnvoll, Mitarbeitern Weiterbildung zu ermöglichen, um sie auf neue Aufgaben oder Führungspositionen im Unternehmen vorzubereiten – gleichzeitig steigern sie so ihre Attraktivität als Arbeitgeber.

veröffentlicht am 04.06.2019 um 12:43 Uhr

Ein Anspruch auf Fortbildung kann sich aus dem Arbeitsvertrag, einer Betriebsvereinbarung, einem Tarifvertrag oder aus gesetzlichen Regelungen ergeben. Viele Landesgesetze regeln außerdem Bildungsurlaub. Daneben können Arbeitgeber und Mitarbeiter Fortbildungen freiwillig vereinbaren. Hierbei entsteht jedoch regelmäßig ein Spannungsfeld: Einerseits möchten Arbeitgeber, dass sich ihr Aufwand rechnet. Der Mitarbeiter soll mit seinen neu erworbenen Kenntnissen dem Unternehmen auch künftig erhalten bleiben. Auf der anderen Seite möchten Mitarbeiter weiterhin flexibel sein und ihren Arbeitsplatz wechseln können. In der Praxis vereinbaren Arbeitgeber mit ihren Mitarbeitern daher regelmäßig in Fortbildungsvereinbarungen Rückzahlungsklauseln. Danach übernimmt der Arbeitgeber die Fortbildungskosten. Der Mitarbeiter muss sich allerdings im Gegenzug für einen bestimmten Zeitraum an das Unternehmen binden. Verlässt er das Unternehmen vor Ablauf der vereinbarten Bindungsdauer, muss er die Fortbildungskosten ganz oder teilweise an den Arbeitgeber zurückzahlen.

 

Bei der Vereinbarung solcher Rückzahlungsklauseln sollten Unternehmen den Rahmen beachten, den die Arbeitsgerichte entwickelt haben. Eine Rückzahlung kommt dann infrage, wenn die Fortbildung dem Mitarbeiter einen bleibenden beruflichen Vorteil gebracht hat – vergleichbar mit einem „höheren Marktwert“. Außerdem muss die Bindungsdauer in einem angemessenen Verhältnis zum erlangten Vorteil stehen. Beispielsweise ist bei einer Fortbildung von einem Monat in der Regel eine Bindungsdauer von bis zu sechs Monaten denkbar. Höchstens zulässig ist eine Bindung von fünf Jahren, wenn die Schulung mehr als ein Jahr gedauert hat. Darüber hinaus muss der zurückzuzahlende Betrag im Laufe der Zeit abnehmen. Das heißt: Scheidet ein Mitarbeiter unmittelbar nach der Fortbildung aus, muss er den vollen Anteil zurückzahlen. Geht er zum Ende der vereinbarten Bindungsdauer, ist nur noch ein geringer Betrag fällig, weil davon ausgegangen wird, dass sich die Kenntnisse des Mitarbeiters, die er auf der Fortbildung erworben hat, für den Arbeitgeber größtenteils schon gerechnet haben.

von Moritz Kunz, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Frankfurt



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