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Dirk Rossmann

Warum dürsten wir nach Aufmerksamkeit?

Natürlich haben wir größere Probleme als die Attraktivitätsleistung des Dirk Rossmann zu bestaunen.

veröffentlicht am 15.07.2019 um 17:27 Uhr

Autor:

Zu: „Geld bedeutet für mich Freiheit“, vom 3. Juli
Der Autor dieses Beitrags hat mit Sicherheit schon mal etwas von Georg Francks „Medienrealität als eine Ökonomie der Aufmerksamkeit“ gehört.

Der Philosoph sieht in unserer westlichen Welt und Gesellschaft einen „ökonomischen Wettstreit um das knappe Gut Aufmerksamkeit“, mit sehr sichtbaren Kontoständen für Millionäre und armen Schluckern.

Wenn der Autor nun für seinen Beitrag den Titel „Geld bedeutet für mich Freiheit“ wählt, so bedient er Dirk Rossmann gleich in zwei Ligen: der der Geldökonomie und der der Status- und Aufmerksamkeitsökonomie.

Nun ist die gedruckte Dewezet weder Youtube noch Facebook, wo man in kürzester Zeit mit einigen Klicks, Klick-Millionär werden kann. Doch ein Blick auf das Begleitfoto zeigt: Optisch geht es in die gleiche Richtung. Umringt von seinen weiblichen Fans, lächelt der Popstar,schaut her, ich bin der Größte.

Bleiben trotzdem zwei Fragen:Erstens: Sind wir, die wir nicht so viel Geld haben, nun alle unfrei? Und zweitens: Wollen sich die abgebildeten Frauen beim Unternehmer Rossmann von seinem Glanz etwas fürs eigene Selbstwert-Konto abholen?

Doch dieser Beitrag betrifft weitergedacht auch unsere Print- und E-Medien. Ihnen wächst in diesen Zeiten große Verantwortung zu. Populisten, Amokläufer und Terroristen gieren mit ihren Ressentiments und Untaten nach einem Übermaß an Aufmerksamkeit.

Doch warum dürsten wir alle nach Aufmerksamkeit, egal, ob Erfolgsmensch, Milliardär oder armer Schlucker? Der Autor gibt uns hierauf keine wirkliche Antwort. Die Aufmerksamkeitsökonomie, so scheint es, versucht es tiefenentspannt mit der Seele. Einst waren Kirchen und christliche Religionen Träger des metaphysischen Begriffs Seele. Sie galt als immaterielles Prinzip, war Träger des Lebens eines Individuums und lebt selbst über den Tod hinaus.

In unseren digitalen Tagen, so die Aufmerksamkeitsökonomie, wollen wir uns auch nicht nur als biologische Computer ansehen. Vielmehr wollen wir im anderen Menschen mit anderem Bewusstsein (Meinung) eine Rolle spielen. Wir wollen mit Respekt, Zuneigung und Bewunderung gesehen werden. Ich finde das wunderbar und Herr Rossmann kann erzählen, was er will, dieses alles kann man erreichen, auch ohne viel Geld und Spitzenreiterposition in der Status-Liga.



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