weather-image
10°
Innovationspreis für das Fleischwerk auf der "Anuga" in Köln / "Außenklima"-Ställe als Garant für gesunde Tiere gelobt

Warum Bauerngut Rinder gerne im Regen stehen lässt ...

Bückeburg/Köln. Wenn den rund 900 Rindern auf dem Bio-Gut Steinhuder Meer danach ist, können sie auch im Stall im Regen stehen. Denn der Bio-Aufzucht- und Bio-Mastbetrieb im niedersächsischen Rehburg hält sein Vieh in Außenklimaställen, deren offene Bauweise ein gutes Stallklima und damit gesunde Tiere garantiert.

veröffentlicht am 20.10.2007 um 00:00 Uhr

Seine Existenz verdankt der Betrieb, der vor fünf Jahren regelrecht aus dem Boden stampft wurde, der Kooperation eines Rehburger Bio-Bauern mit der Bauerngut GmbH, einem führenden Anbieter der deutschen Fleisch- und Wurstwaren-Industrie in Bückeburg. Bauerngut sichert sich mit dem Hof, der nach den Richtlinien der EU-Öko-Verordnung wirtschaftet, den Nachschub an Bio-Rindfleisch. Gleichzeitig dokumentiert das Unternehmen mit dieser einmaligen Kooperation zwischen Bio-Landwirt und der weiterverarbeitenden Industrie ein klares Bekenntnis zur ökologischen Landwirtschaft und gibt in der Region starke Impulse. Aus diesem Grund wurde Bauerngut jetzt auf der "Anuga" in Köln mit dem Innovationspreis Bio-Lebensmittel-Verarbeitung, Kategorie Großunternehmen, ausgezeichnet. Der Innovationspreis Bio-Lebensmittel-Verarbeitung wird alle zwei Jahre von der Schweisfurth-Stiftung in Kooperation mit der Anuga ausgeschrieben. Bewertet werden Neuerungen in fünf Innovationsfeldern: Rohstoff& Technologie, Ernährung& Gesundheit, Unternehmenskultur, Kooperation& Kommunikation und - seit 2007 - auch Klimaverantwortung. Bauerngut, ein Tochter-Unternehmen der Edeka Minden-Hannover, beliefert Großverbraucher und Supermärkte in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Das Fleischwerk verarbeitet täglich 2 400 Schweinehälften und 250 Rinderviertel sowie weitere Teilstücke - fünf Prozent davon aus ökologischer Mast. Die Bio-Schweine stammen von zwei niedersächsischen Vertragsbauern, die ihre Tiere im Freiland halten. Um die wachsende Nachfrage nach Schnitzel, Salami und Schinken aus ökologischer Produktion bedienen zu können, will das Unternehmen weitere Mastbetriebe aus der Region integrieren. Regelmäßig hält Bauerngut Seminare für Landwirte ab, die für Ökolandbau offen sind und stellt dabei Planungssicherheit in den Vordergrund: Umstellwillige Landwirte erhalten Fünf-Jahres-Verträge. Die langen, für einen Großbetrieb unüblichen Laufzeiten haben Bauerngut ein Sonderlob der Jury eingebracht. Mit den Verträgen sichert das Unternehmen eine geschlossene Produktionskette, die von der Geburt der Tiere, über Aufzucht, Haltung, Schlachtung und Verarbeitung bis zu den Fleischtheken in den 1 500 Märkten der Edeka Minden-Hannover reicht. In den Regalen der Märkte firmiert das Rindfleisch vom Bio-Gut Steinhuder Meer inzwischen als Premiummarke. Die Qualität von Roastbeef und Rouladen hat sich herumgesprochen - die Nachfrage steigt. Weniger bekannt ist, dass Bauerngut auch zwei Bio-Wasserbüffel-Herden vermarktet. Rund 50 Tiere, inklusive der Kälber,weiden in den moorigen Tümpeln des Naturschutzgebietes Meerbruchswiesen am Steinhuder Meer. Die Büffel verhindern das Verlanden des Feuchtgebiets und erhalten damit eine für seltene Amphibien lebenswichtige Naturlandschaft. Für diesen ganzheitlichen Ansatz, der Landschaftserhalt, Ökolandbau und regionale Strukturen vereint, wurde Bauerngut mit dem ersten Platz in der Kategorie Großunternehmen belohnt.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare