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Jugendpflegerin stellt Konzept vor

Warten auf den Jugendraum in der "Molkerei"

Rehren (la). Vor gut zwei Monaten hat Anne-Marie Matthias als erste Jugendpflegerin der Gemeinde Auetal ihre Arbeit aufgenommen. In den vergangenen Wochen hat sie ein Konzept erarbeitet, dass sie jetzt den Ratsmitgliedern vorstellte. "Ich will in der offenen Jugendarbeit Angebote wie Kochen, Disko oder Workshops organisieren, Veranstaltungen wie Fahrten zu Fußballspielen, Kickerturniere oder einen Besuch der Eisbahn und vor allem Räume schaffen, in denen sich Kinder und Jugendliche treffen können", so Anne-Marie Matthias. Ihre Arbeit vor Ort solle stets bedürfnisnah und lebensweltorientiert sein. Kinder und Jugendliche müssten mitbestimmen dürfen und in jedem Fall freiwillig dabei sein.

veröffentlicht am 15.09.2007 um 00:00 Uhr

Hat sich einiges vorgenommen: Jugendpflegerin Anne-Marie Matthia

"Jugendarbeit ist wichtig. Die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder und Jugendliche steigt auch in der Gemeinde Auetal drastisch an", so Anne-Marie Matthias. Immer häufiger habe die Polizei mit Sachbeschädigungen von öffentlichen Einrichtungen, beispielsweise an Spielplätzen oder Bushaltestellen zu tun. "Aus Gesprächen mit Jugendlichen sei deutlich geworden, dass in Rehren der Marktplatz mehrfach Schauplatz für cliquenübergreifende Schlägereien geworden ist", sagt die Jugendpflegerin. Sowohl Täter als auch Opfer seien mehrfach alkoholisiert gewesen oder standen unter Drogeneinfluss. "Sie begründen ihr Handeln immer öfter mit Langeweile und Frustration", so Anne-Marie Matthias. Augenscheinlich seien auch immer jüngere Jugendliche und sogar schon Kinder an den Delikten beteiligt. "Sie schauen sich das als cool und mutig geltende Verhalten ab und folgen dem Beispiel der älteren Kinder und Jugendlichen", weiß die Jugendpflegerin. Solche verhaltensauffälligen Kinder und Jugendlichen kämen oftmals aus einem Elternhaus, das mit der Erziehung seiner Kinderüberfordert zu sein scheine. Meist seien die Eltern arbeitslos und lebten selbst perspektivlos. "Gerade hier sind Rückzugsmöglichkeiten in Form von Jugendtreffs sinnvoll. Die Jugendlichen erhalten eine Lobby, wo sie Langeweile, Frust und Aggressionen in positive Beschäftigungen und Tätigkeiten umwandeln sollen", meint die Jugendpflegerin. Kinder und Jugendliche bräuchten in diesem Alter besondere Aufmerksamkeit und eine Perspektive beziehungsweise Orientierungshilfe, die ihnen anzeige, wohin sie ihr Lebensweg führen könne. "Notwendig ist eine Betreuung durch geschulte Begleitpersonen", so Anne-Marie Matthias, die diese Arbeit vorwiegend mit ehrenamtlichen Jugendlichen, die in Besitz eine Jugendleiterausbildung absolviert haben, leisten möchte. Außerdem möchte die Jugendpflegerin eng mit den Vereinen zusammenarbeiten. So wie sie es bei ihrem Pilotprojekt in Kathrinhagen bereits erfolgreich gemacht hat. Räume für die offene Jugendarbeit gibt es bereits in Rolfshagen und Kathrinhagen. In Rehren soll der Keller der "Alten Molkerei" umgestaltet werden. Hierfür stehen schon Kinder, Jugendliche und Eltern in den Startlöchern, die ihre Mithilfe angeboten haben. Die Mittel für die Einrichtung eines Jugendraumes in Rehren sind allerdings noch nicht überplanmäßig im Haushalt bereitgestellt worden. Zunächst soll das Konzept der Jugendpflegerin noch im Fachausschuss für Jugend und Soziales beraten werden. "Wann kann denn mit dem Raum gerechnet werden? Wir warten darauf, dass wir endlich beginnen können", sagte die Zuhörerin Silke Groth, die sich als Mutter bereits bereit erklärt hat, zu helfen. "Wenn der Jugend- und Sozialausschuss dem Konzept zustimmt, dann soll der Raum so schnell wie möglich eingerichtet werden. Etwas Geld haben wir dafür immer", sagteBürgermeister Thomas Priemer.



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