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Schaumburg-Lippischer Heimatverein zeichnet gelungene Sanierungsobjekte in der Langen Straße aus

Wappenschilder für zwei Fachwerkhäuser

Obernkirchen (sig). Im Zuge der Stadtsanierung ist in Obernkirchen viel Anerkennenswertes geschehen. Es wurden Häuser erhalten, die zur ältesten Bausubstanz der Bergstadt gehören. In allen Fällen hat es sich gelohnt, diese gar nicht so stummen Zeitzeugen aus vergangenen Jahrhunderten der Nachwelt zu überliefern. Der Schaumburg-Lippische Heimatverein hat dieses Bemühen jetzt durch die Vergabe von zwei Auszeichnungen honoriert, auf die sowohl die Besitzer der beiden Gebäude als auch die zuständigen Architekten mit Recht stolz sein dürfen.

veröffentlicht am 09.05.2007 um 00:00 Uhr

Gisela Wehmeyer wurde von Christian Böhlke (r.) für die Erhaltun

Bei derÜbergabe unterstrich der Vorsitzende des Bewertungsgremiums, Christian Böhlke (Großenheidorn), dass diese Auszeichnungen keineswegs inflationär verteilt werden. Der Heimatverein habe sich seit 25 Jahren das Ziel gesteckt, mit einer speziellen Plakette und Urkunde nur diejenigen Personen zu ehren, die Verdienste um die Erhaltung schaumburg-lippischen Kulturgutes erworben haben. Vorschläge dazu können von jedermann kommen. Die fachliche Bewertung nimmt aber ein Ausschuss vor, dem Diplom-Ingenieure, Architekten, Handwerker und interessierte Laien angehören. Er befasst sich mit den vorgeschlagenen Objekten und prüft nicht nur den Gesamteindruck, sondern auch den Erhalt der historischen Bausubstanz, das Bewahren typischer Stilelemente, die handwerkliche Qualität der Arbeit sowie die Nutzung des jeweiligen Baudenkmals. Unter die Lupe genommen werden auch der Schutz eines vorhandenen Ensembles, die städtebauliche Entwicklung, die Landschaftspflege und die Pflege des Ortsbildes. Die erste der beiden in Obernkirchen vergebenen Plaketten erhielt die Berliner Erbengemeinschaft Zeruhn, die von dem Architekten Wolfgang Hein von der Agentur für Architektur und Design (AAD) vertreten wurde. Damit ist die gelungene Sanierung der "Alten Apotheke" (Lange Straße 11) belohnt worden. Dieses frühere Ackerbürgerhaus wurde 1654 zum ersten Male urkundlich erwähnt. Zwischen 1680 und 1700 ist das Dreiständerhaus zu Wohnzwecken umgebaut worden. Der Renaissance-Erker, auch "Utlucht" genannt, lässt auf einen Anbau schließen. Bei der mit dem Amt für Denkmalsschutz abgestimmten Sanierung in Gefachbauweise wurden die alten Radabweiser entdeckt. Das Konzept für die zwischen 1987 und 1989 vorgenommene Umgestaltung haben die Architekten Wolfgang Hein und Heinfried Stuve entworfen. In dem Gebäude befindet sich jetzt eine Facharztpraxis sowie Wohnungen. Christian Böhlke erwähnte in diesem Zusammenhang, dass die Erbengemeinschaft Zeruhn auch Eigentümer des Hauses ist, in dem der Gründer des Oetker-Imperiums (August Oetker) geboren wurde. Dieses in der Zwischenzeit ebenfalls sanierte Gebäude in der Friedrich-Ebert-Straße steht auch unter Denkmalschutz. Gisela Wehmeyer erhielt die zweite Plakette, die ein Wappenschild mit dem Nesselblatt und der Lippischen Rose zeigt. Sie erwarb im Jahre 2000 das Haus Lange Straße 14, das zu diesem Zeitpunkt eigentlich abgerissen werden sollte. "Wir haben damals viele Stellen mit Hausschwamm gefunden", berichtete Ehemann Volker Wehmeyer, der ein Ingenieurbüro leitet und die Umgestaltung des Gebäudes vornahm. Der Türsturz am Eingang zum Gewölbekeller zeigt die Jahreszahl 1618. Böhlke: "Die nördlich anschließende Remise für Fuhrwerke, der Lade-Erker und die hohe Diele deuten darauf hin, dass wir es hier mit einem früheren Handelshaus zu tun haben, das Ende des 19. Jahrhunderts modernisiert und zu Wohnzwecken umgebaut wurde." Heute befindet sich in dem umgestalteten Fachwerkhaus das Restaurant "Tai Ping".

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