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Rat berät Wert von Geschenken zu Ehrentagen und Verleihung von Ehrentiteln

Wann der Bürgermeister kommt - und was er zum Jubiläum mitbringt

Auetal (rnk). Nicht nur in Deutschland, sondern natürlich auch in der Gemeinde Auetal hat alles seine Ordnung. Daher befasste sich der Gemeinderat nun mit Richtlinien, die zum Teil schon seit gut 20 Jahren gelten. So ist genau vorgeschrieben, wie und wann Ehrenbezeichnungen verliehen werden, wer an der Bestattung von Personen teilnimmt, die einöffentliches Amt bekleidet haben, und wie Jubilare geehrt werden.

veröffentlicht am 03.04.2007 um 00:00 Uhr

Vorlage 021 aus 2007 sieht nun vor, dass bei 80. und 85. Geburtstagen ein Geschenk im Wert von 12 Euro durch den Ortsvorsteherübergeben wird - inklusive einer Gratulationskarte der Gemeinde. Werälter wird, kann an seinem 90., 95., 100. oder höheren Geburtstag nicht nur den Ortsvorsteher, sondern auch den Bürgermeister begrüßen. Beide bringen ein Geschenk im Wert von 35 Euro mit. Dazu gibt es eine Urkunde. Auch das glückliche und vor allem langjährige Führen der Ehe wird von der Gemeinde durch Bürgermeister und Ortsvorsteher mit einem Präsent (35 Euro) und Urkunde belohnt. Beide kommen allerdings nur ab dem 50. Hochzeitstag. Und: Die Ehrungen erfolgen gemeinsam mit Vertretern des Landkreises, aber nur, wenn in den Ehrungsrichtlinien des Landkreises eine Beteiligung vorgesehen ist. Eigentlich hatte die Verwaltung je einen Präsentkorb von 35 Euro vorgeschlagen, doch die Politiker strichen den Korb: Mit dem Präsent allein gibt es mehr Auswahl. Auch bei der Verleihung von Ehrenbezeichnungen griffen die Ratsmitglieder zum Rotstift. Gestrichen wurde das Wörtchen ,ununterbrochen'. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, Ortsvorstehern und Ratsmitgliedern, die mindestens drei Wahlperioden ohne Unterbrechnung ihr Amt ausgeübt oder im Rat durchgehalten haben, die entsprechenden Ehrenbezeichnungen zu verleihen. Die Verleihung selbst ist Sache des Bürgermeisters, der zum Ehrentitel natürlich noch etwas mitbringt. Genauer: eine Urkunde und ein Geschenk im Wert von 35 Euro. Zu den eher traurigen Pflichten gehört die Teilnahme an Bestattungen von Mitbürgern, die einmal ein öffentliches Amt ausgeübt haben. Auch hier schreibt die Satzung alles detailgenau vor: Am Grab wird ein Kranz von 60 Euro niedergelegt, aber nur, wenn der verstorbene ehemaliger Bürgermeister war, ehemaliger Ortsvorsteher, Ratsherr oder Gemeinde- beziehungsweise Ortsbrandmeister mit mindestens zwei Wahlperioden. Dies gilt auch, wenn die Amtsinhaber diese Welt verlassen, während sie ihr Amt noch ausübten. Ob der Ortsvorsteher oder Bürgermeister einen Nachruf am Grab sprechen wird, hängt nicht von der jeweiligen Sympathie zum Verstorbenen ab, sondern von den Angehörigen: Sie entscheiden nach Rücksprache. Und wenn die Gemeinde künftig nicht mehr das Wirken eines Verstorbenen im Zeitungs-Nachruf würdigt, so ist das nicht ihre Schuld: Einen entsprechenden Beschluss fassten die Ratsmitglieder in ihrer letzten Sitzung. Doch keine Regel ohne Ausnahme: Darüber entscheiden dann der Ratsvorsitzende und der Bürgermeister.

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