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Dreves kritisiert Samtgemeinde / Wischnat: Kinderstreich

Wanderweg unter Wasser: "Schuld ist ,der Mensch' "

Bad Eilsen/Luhden (tw). Einsatz für die Ortsfeuerwehr Luhden: Starke Regenfälle und eine Verstopfung haben dazu geführt, dass sich am Nordrand des Golfplatzes seit Freitag erstmals seit Anlage des Areals ein künstlicher See gebildet hat. Die aufgestauten Fluten unterbrachen gestern den Wanderweg von Bad Eilsen nach Bückeburg,setzten ihn 1,70 Meter unter Wasser. Alarmiert von Golfplatz-Manager Dirk Schwarze, brachte Ortsbrandmeister Jürgen Diekmann mit zwei Kameraden eine Schmutzwasserpumpe in Stellung, schaltete vom Rüstwagen Strom zu und pumpte das Nass über 160 Meter hinweg in ein Feuchtbiotop des Golfplatzes. Analyse Diekmanns vor Ort: "Das Drainagerohr ist verstopft."

veröffentlicht am 05.04.2006 um 00:00 Uhr

Ortsbrandmeister Andreas Diekmann an der Schmutzwasserpumpe: Auf

Indes: Für CDU-Ratsherr Dr. Wilhelm Dreves, dem als Landwirt im Nebenerwerb die Felder oberhalb des Weges gehören und der gestern gleichfalls vor Ort war, ist die Überschwemmung ein Politikum: "Schuld", sagt Dreves und blickt in Richtung Eilser Rathaus, "ist nicht allein die Natur - Schuld ist vor allem,der Mensch' ". Denn: Im Zuge des Golfplatz-Baus sei ein Graben, der als "Vorabfluter" fungierte, das Wasser vom Weg fern hielt und querüber den Golfplatz abführte, dicht gemacht worden. "Als Ersatz", kritisiert Dreves, "wurde nur dieses viel zu kleine Drainagerohr verlegt". Alle Ortsansässigen, betont der Ratsherr, hätten schon damals darauf hingewiesen: "Solche Wassermengen kann das Rohr nicht aufnehmen." Doch der damaligen Empfehlung, den auch "optisch schönen" Graben zu belassen, habe die Samtgemeinde nicht entsprochen. Im Gegenteil: Ihm selbst sei von einem "Ortsfremden" im Rathaus damals gesagt worden, dass es besagten Graben gar nicht gebe, so Dreves kopfschüttelnd. Komme hinzu: Auch der längs des Weges zu seinem Feld verlaufende (Gemeinde-)Graben werde schon seit Jahren nicht mehr gepflegt respektive ausgebaggert. Obwohl er, Dreves, immer wieder daraufhin gewiesen habe. In der Folge sei besagter Parallelgraben mehr und mehr "verlandet" und entwässere immer weniger - was ebenfallszu der jetzigen Überschwemmung mit beigetragen habe. Samtgemeindebürgermeister Heinz Wischnat auf Anfrage: "Unsinn. Herr Dreves macht Wahlkampf." Bei Wartungsarbeiten seien Arbeiter am vergangenen Freitag auf spielende Kinder aufmerksam geworden, die das Drainagerohr mutwillig verstopft hätten, um einen künstlichen See zum Spielen anzulegen; der Hinweis sei von Dreves selbst gekommen. "Solche Ereignisse", sagt Wischnat, "sind nicht vorhersehbar, dagegen können wir nichts machen". An sich sei der Durchmesser des Drainagerohrs nicht zu klein bemessen. Denn: "Im Jahre 2002, als wir im Gefolge des damaligen Starkregens richtiges Hochwasser hatten, ist der Wanderweg nicht überschwemmt worden."

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