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Wilfried Graf setzt in der Schlossremise auf Kaffeemühlen und alte Metallpretiosen

Wahres Schätzchen: Zinnkrug von 1710 hat fast 300 Jahre am Henkel

Bückeburg (jp). Eine mechanische Kaffeemühle kennt jeder, denn jeder dürfte in seiner Kindheit Otfried Preußlers "Räuber Hotzenplotz" gelesen haben. Schließlich wird Kasperls Großmutter gleich zu Beginn des berühmten Kinderbuches eine ebensolche Kurbel-Kaffeemühle vom titelgebenden Ganoven mit vorgehaltener Pistole geraubt. Eine solche Bewaffnung benötigten Kaffeemühlenliebhaber auf dem Antikmarkt der fürstlichen Schlossremise nicht: Am Stand von Wilfried Graf aus Rinteln konnten sie die handgetriebenen Mahlwerke früherer Jahrzehnte ganz legal erwerben.

veröffentlicht am 26.10.2006 um 00:00 Uhr

Herr der Kaffeemühlen: "Alle funktionieren noch tadellos", beton

Während der Räuber Hotzenplotz in diesem Jahr seinen 44. Geburtstag feiert, haben Wilfried Grafs Kaffeemühlen noch deutlich mehr Jahre auf dem Buckel. Aus den 20er und 30er Jahren entstammen die Kurbelkaffeemühlen und sollten ihren Käufer zwischen 20 und 50 Euro kosten. "Alle funktionieren nochtadellos", betonte der passionierte Hobbytrödler. "Damals wurde das Mahlwerk noch aus gehärtetem Stahl hergestellt. Heutige Kaffeemühlen werden dagegen ganz schnell stumpf." Neben den Kaffeemühlen zogen am Stand von Wilfried Graf diverse Nussknacker Marke 50er Jahre und schöne alte Kaffeekessel aus Emaille die Blicke des trödelkundigen Publikums auf sich. Als ältestes Objekt hatte der Rintelner einen großen Zinnkrug im Angebot: 150 Euro sollte das gute Stück aus dem Jahr 1710 kosten. Zum zweiten Mal in dieser Herbstsaison hatten die Barsinghäuser Grimm-Märke zum Antik- und Trödelmarkt in die Wagenremise des Bückeburger Schlosses geladen. Während des Herbstes und des Winters können Flohmarkt-Jäger wieder alle drei Wochen auf Entdeckungsreise und auf die Jagd nach Schnäppchen, Sammlerstücken und Kostbarkeiten gehen. Obwohl sichbereits am Sonnabend ein reger Besucherstrom in die Wagenremise bewegte, setzte Veranstalter Herbert Grimm vor allem auf den Sonntag als Hauptveranstaltungstag: "Dann haben wir erfahrungsgemäß immer die meisten Leute hier drin."

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