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Wahre Weihnacht

Sie haben es gelesen: Es wird wieder mehr konsumiert in diesem Jahr zu Weihnachten. Daneben steht die Nachricht, dass neue Regelungen zum Schutz von Kindern eingeführt werden sollen, weil ihnen Gefahr aus den eigenen Familien drohen kann.

veröffentlicht am 22.12.2007 um 00:00 Uhr

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Autor:

Pastor Heiko Buitkamp

Zwei Meldungen. Dazu ein Blick von außen auf unsere Gesellschaft zu Weihnachten 2007: Weihnachten sei ihm "vergällt" sagt der Schweizer Kurt Marti. Viel zu "gemüthaft" sei vor allem die deutsche Tradition. Mahnend erklärt er: "die Ware Weihnacht ist nicht die wahre Weihnacht". Zumindest mit Letzterem dürfte er recht haben. Wir setzten jedes Jahr ein paar Prozent mehr für ein schönes Weihnachtsfest um. Wir bemühen uns nach Kräften, Weihnachten glücklich zu sein und unsere Lieben glücklich zu machen. Dafür setzten wir unsere Arbeits-, Kauf- und Herzenskraft ein. Und trotzdem klappt es nicht immer. Dann steht das Ergebnis in keinem Verhältnis zur Investition. Glück lässt sich nicht zwingen. Das kann frustrierend sein. So vertrauen wir virtuellen Welten, zum Beispiel einem schönen Fernsehprogramm am Heiligen Abend, um garantiert glücklich zu sein. Wir lassen leben und leben nicht mehr selber, weil es einfach komplizierter, anstrengender und in jedem Fall weniger perfekt ist, als es im Fernsehen oder am Computer sein kann. Die Fernsehwelt ist heiler und die Computerwelt ist spannender als unsere Welt. Doch diese droht uns dabei zu entgleiten. Ihm werde immer klarer, sagt Kurt Marti, dass Weihnachten von Gott nicht als besondere Auszeichnung des Menschen geplant war, sondern als eine Notaktion. Der Mensch sei nämlich die große Schwachstelle der Schöpfung. Er sei die eigentliche Bedrohung. Er verschmutzte Luft, Wasser und Boden, die Meere und die Wälder. Mit der Menschwerdung zu Weihnachten greife Gott ein, um die Menschen davon abzuhalten so weiterzumachen. Ochs und Esel haben so ihre besondere Bedeutung in der Weihnachtsgeschichte. Sie schauen als Vertreter der ganzen Schöpfung der Geburt Gottes zu, voller Hoffnung, dass Gott die Menschen auf einen besseren Weg bringen könnte. Die Frage bleibt bis heute, ob sich diese Hoffnung erfüllt. Ist unsere Welt bei allem technischen Fortschritt besser geworden seit der Geburt Christi? Nun - auch die Hoffnung bleibt, denn der Mensch ist lernfähig. Dazu steht Gottes Versprechen, uns nicht alleine zu lassen. Er denkt in Jahrtausenden. Nach unserem Empfinden ist solch ein Entwicklungszeitraum recht langsam. Es bleibt Hoffnung und die einzig wirklich gute Nachricht zu Weihnachten: Christus ist geboren. Gott wird Mensch, uns Menschen zu Gute. Heiko Buitkamp ist Pastor der reformierten Jakobi-Gemeinde.

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