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Wahlkreis Hameln/Rinteln stellt Negativ-Rekord auf / "Quittung für die Wahlkreisreform"

Wahlbeteiligung sinkt um 13,9 Prozentpunkte

Rinteln/Hameln (crs). Minus 13,9 Prozentpunkte - das ist Niedersachsen-Rekord für den Wahlkreis Hameln/Rinteln. Ein Negativ-Rekord: Nirgendwo sonst im Land ist die auch vor fünf Jahren schon schwache Wahlbeteiligung derart stark zurückgegangen wie im Wahlkreis 38. Eine Retourkutsche für die Zerstückelung Schaumburgs durch die Wahlkreisreform?

veröffentlicht am 29.01.2008 um 00:00 Uhr

Nahezu ein Siebtel weniger Wahlberechtigte als 2003 haben bei der Landtagswahl 2008 im Wahlkreis 38 ihre Stimme abgegeben: Bei 81 256 Wahlberechtigten registrierte der Landeswahlleiter lediglich 42 142 Wähler. Das entspricht einer Quote von 51,86 Prozent - gerade mal jeder Zweite hat in Hameln, Hessisch Oldendorf und Rinteln seine Stimme abgegeben. Damit zählt der Wahlkreis bei der Wahlbeteiligung zu den absoluten Schlusslichtern in ganz Niedersachsen: Allein in Wilhelmshaven (51,6 Prozent), Wolfsburg (51,5 Prozent) und Delmenhorst (49,5 Prozent) war die Wahlbeteiligung noch schlechter als in Hameln/Rinteln. Besonders dramatisch stellt sich das Ergebnis für die Stadt Rinteln dar. Mit 50,47 Prozent ist die Wahlbeteiligung hier die schwächste in der gesamten Region. Hessisch Oldendorf (55,37) und Hameln (51,34) als Städte im gleichen Wahlkreis liegen ebenso darüber wie die Schaumburger Nachbarn Bückeburg (53,15), Obernkirchen (52,67) und Stadthagen (54,68). Allerdings ist auch im Schaumburger Wahlkreis 37 die Wahlbeteiligung überproportional stark zurückgegangen: Ein Minus von 12,1 Prozentpunkten auf 57,26 Prozent verzeichnet der Landeswahlleiter - ein wenig ehrenwerter Platz 12 bei den landesweiten Rückgängen der Wählerzahlen. Kaum steht das Ergebnis fest, läuft die Ursachenforschung. Die "Quittung für die Wahlkreisreform" sieht die grüne Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold im "traurigen Spitzenplatz" Hameln/Rintelns. Ähnliches vermutet Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz: "Die Entscheidung wird als nicht sachgerecht empfunden", sieht er bei vielen Rintelnern durch die Wahlverweigerung Widerspruch gegen die Abspaltung Rintelns vom Rest Schaumburgs. "Da heißt es oft: Da finde ich mich nicht wieder." Dass letztlich so wenige Rintelner auch seinem Aufruf gefolgt sind, durch die Abgabe ihrer Stimme die Position Rintelns im Wahlkreis zu stärken, ist für Buchholz vor allem eines: "Nicht schön für Rinteln".

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