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13°
Weiter wechselhaft und mild / Herbst und Winter zusammen einmal in 3000 Jahren so warm

Wärmster Winter seit mindestens 240 Jahren

Weserbergland. Das zu milde und regenreiche Wetter bleibt uns auch weiterhin erhalten. Nur am Sonntag sorgt ein kleines Zwischenhoch für eine kurze Verschnaufpause und mehr Sonnenschein. Rückseitig einer Kaltfront wird es am Sonnabend deutlich kühler mit nur noch relativ verhaltenen Tagestemperaturen von vier bis sechs Grad. Ab Sonntag wird es wieder deutlich milder. Bei einem frischen, zeitweise auch starken westlichen Wind erreicht das Thermometer sieben bis elf Grad am Tag und etwa fünf Grad in den Nächten. Ein Ende der "Regenzeit" ist weiterhin nicht in Sicht.

veröffentlicht am 03.03.2007 um 00:00 Uhr

Schneeglöckchen blühen sonnenbestrahlt an einem Bachrand: Dieser

Autor:

Reinhard Zakrzewski

Der Februar war mit einer Mitteltemperatur von 5,2 Grad noch um 3,5 Grad zu warm. Entsprechend gering fiel die Zahl der Frost- und Eistage aus (Minimum unter null Grad beziehungsweise ganztägig Frost), von denen es im Flachland lediglich sechs Frosttage gab. Normal wären 15 Frost- und fünf Eistage gewesen. Überaus reichlich waren die Niederschläge, die im Kreisgebiet bis zum Doppelten der normalen Menge brachten (Bückeburg 73 Liter = 186 Prozent). Für trübe Stimmung beim Wetter sorgte auch der spärliche Sonnenschein, der mit 37 Stunden in Bückeburg sein Soll nur zu 58 Prozent erfüllen konnte. Der Winterückblick: Hinsichtlich der Klimaproblematik bot der Winter ein beunruhigendes Bild. Ursache für die große Wärme war eine stabile Südwest- bis Westwind-Wetterlage, die von Dezember bis Februar nur von wenigen kurzen Kaltluftvorstößen aus Nord- und Osteuropa unterbrochen wurde. Die Wärme zeigt sich auch in der extrem geringen Anzahl von 16 Frost- und nur drei Eistagen (normal 45 bzw. 17) und nur fünf Tagen mit einer Schneedecke bis ins Flachland. So geht der meteorologische Winter 2006/07 mit einer Mitteltemperatur von 5,8 Grad und einer positiven Temperaturabweichung von vier Grad als wärmster Winter seit mindestens 240 Jahren in die Statistiken ein. Nach der bis ins Jahr 1701 zurückreichenden Berliner Temperaturreihe waren nur die Winter 1755/56 und 1763/64 noch geringfügig wärmer. Rekordhalter für das Weserbergland war bisher der Winter 1989/90 mit durchschnittlich 5,5 Grad, die diesmal noch um 0,3 Grad getoppt wurden. Die höchste Temperatur dieses Winters wurde in Bückeburg am 5. Dezember mit plus 16 Grad, die niedrigste am 24. Januar mit minus 8,9 Grad gemessen. Die feuchtmilde Atlantikluft, die im Falle des Orkantiefs "Kyrill" sogar aus tropischen Breiten angesaugt wurde, produzierte nicht nur Rekordwärme und schwere Sturmtiefs, sondern auch enorme Regenmengen, die am 18. Januar beim Durchzug von "Kyrill" in einem neuen Januar-Tagesrekord (Bückeburg 26 Liter) gipfelten. Insgesamt erreichte der Winterniederschlag im Bereich Weserbergland rund 210 Liter, 60 Prozent mehr als üblich. Die Wintersonne verfehlte mit 100 Stunden ihr Ziel um fast ein Drittel. Deutschlandweit betrug die positive Abweichung sogar 0,7 Grad. Berücksichtigt man den vorangegangenen Herbst, der die alten Wärmerekorde noch deutlicher übertraf als der Winter, ergibt sich für die Kombination "viel zu warmer Herbst und Winter" eine statistische Wahrscheinlichkeit von einmal in 3000 Jahren!



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