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Serie zum Klimaschutz - Teil 5: Familie Schwarzer aus Eisbergen heizt mit einer Pelletheizung

Wärme kommt aus kleinen "Energieampullen"

Eisbergen (fpf). Rita und Ernst Schwarzer aus Eisbergen haben sich im September letzten Jahres eine Pelletheizung in ihr Haus einbauen lassen. "Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem neuen Modell", berichtet das Ehepaar. Kombiniert mit einer acht Quadratmeter großen Solaranlage für die Sommermonate gebe es keinerlei Versorgungsausfälle und auch sonst ließen sich eine Reihe neuer Vorteile beobachten. Die Schwarzers heizten in den Jahren zuvor mit Öl.

veröffentlicht am 22.03.2007 um 00:00 Uhr

"Sinnvolle Sache": Ernst Schwarzer ist zufrieden mit seiner neue

"Holzpellets sind kleine zylindrische Presslinge aus trockenem, naturbelassenem Restholz, beispielsweise Säge- und Hobelspäne", erklärt Ernst Schwarzer den Inhalt seines Pelletbunkers im Keller des Hauses. Es müsse also nicht extra ein Baum gefällt werden, um es warm zu haben. "Die Pellets werden unter starkem Druck gepresst und haben eine hohe Eigendichte." Sein Lagerraum umfasst etwa zehn Kubikmeter. "Insgesamt passen hier ungefähr sechseinhalb Tonnen Pellets hinein." Dabei werden die kleinen "Energieampullen" genau wie Öl mittels Luftdruck angeliefert. Fehlt es an ausreichendem Lagerplatz, gebees darüber hinaus die Möglichkeit eines Erdtanks. "Wichtig ist, dass der Lagerraum in jedem Fall absolut trocken ist", so der Besitzer. Holzpelletheizungen arbeiten mit unterschiedlichen Techniken der Beschickung: Familie Schwarzer hat sich für die so genannte Unterschubfeuerung entschieden. Bei dieser Art der Befeuerung werden die Pellets durch eine Förderschnecke von unten in den Brennteller gedrückt und dort verbrannt. "Die dabei entstehende Hitze erwärmt folglich das zirkulierende Wasser." Übrig bleibende Asche fällt über den Tellerrand in den darunter liegenden Aschebehälter. In den Wintermonaten hat Ernst Schwarzer diesen etwa alle sechs Wochen geleert. "Ich habe das Zeug als Dünger in den Garten gestreut." Der Transport der Pellets zum Heizkessel erfolgtüber ein spezielles Gebläsesystem. "Bei der guten Ausführung und unserem geräuschdämpfenden Keller ist von dem Gebläse kaum etwas zu hören", erzählt Schwarzer. Die Wirtschaftlichkeit der Heizanlage hängt neben den Anschaffungs- und Betriebskosten auch von den zur Verfügung stehenden Förderungen ab. Rita und Ernst Schwarzer haben sich diesbezüglich über einen Energieberater schlau gemacht. "Nach einem gründlichen Isolierungscheck des Hauses wurde uns schließlich über ein spezielles Maßnahmenpaket ein Zuschuss der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gewährt", erzählt Ernst Schwarzer. Zudem fördere das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Versorgungstechnik. Insgesamt haben die Schwarzers rund 40 000 Euro in ein komplettes Maßnahmenpaket zur energetischen Sanierung ihres Hauses investiert, das außer der Pelletheizung auch eine Solaranlage, neue Fenster und Dämmung umfasst. Nach eigener Schätzung verbraucht die dreiköpfige Familie in einem Jahr sieben bis acht Tonnen der Presslinge. Das macht ungefähr 1500 bis 1700 Euro im Jahr. Die letzte Ölrechnung lag bei 3200 Euro. "Was wir jetzt an Ölkosten sparen, zahlen wir für die neue Pelletheizung ab", erzählt Rita Schwarzer. Schon in wenigen Jahren wird sich die Anlage amortisiert haben. Pelletheizungen wurden vor allem in Kanada,Österreich und Skandinavien entwickelt. Dort gibt es bereits über 20- jährige Erfahrungen mit dieser Heiztechnik. In Deutschland könnte der Bestand in diesem Jahr auf über 70 000 Pelletheizungen anwachsen. Neben den geringeren Kosten ist Familie Schwarzer insbesondere derökologische Gedanke wichtig gewesen. Aufgrund der CO 2 -Neutralität wird die Umweltverträglichkeit von Pelletfeuerungsanlagen verhältnismäßig positiv eingeschätzt. "Die einzigen CO 2 -Emissionen fallen bei der Herstellung und dem Transport der Pellets zum Bunker an." Weitere angenehme Eigenschaften des neuen Versorgungsmodells sind der nun ausbleibendeÖlgestank und die Tatsache, dass die Schwarzers trotz des wuchtigen Wasserspeichertanks, des Bunkers und des großen Pelletkessels im Gegensatz zu früher sogar Platz eingespart haben. Nächste Folge: Alternativer Autoantrieb - Erdgas. Internet-Forum: Diskutieren Sie mit unter www.landes-zeitung.de oder www. schaumburger-zeitung.de.

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