weather-image
17°
Zwei Biogasanlagen für 4,6 Millionen Euro am Georgschacht

Wärme aus Mais fürs "Tropicana"

Stadthagen (jl). Nach der Sprengung des ehemaligen Kohlebunkers am Georgschacht (wir berichteten gestern) wird sich das Gelände in den kommenden Wochen in eine Großbaustelle verwandeln. Entstehen werden dort zwei Biogasanlagen für rund 4,6 Millionen Euro. Ihr Zweck ist vorerst ausschließlich die Versorgung des kürzlich neu eröffneten "Tropicana"-Erlebnisbades mit warmen Wasser.

veröffentlicht am 23.08.2006 um 00:00 Uhr

Bauherren am Georgschacht sind sieben Landwirte und der Raiffeisen-Landbund Niedernwöhren, die nach Angaben von Geschäftsführer Wilhelm Gottschalk für jede der beiden Anlagen eine Gesellschaft gebildet haben. Die Gesellschafter sind auch die Bauherren der Biogasanlage am Probsthäger Schäferhof und am Bad Nenndorfer Hallenbad. Diese sind laut Gottschalk auch die "Brennstoff"-Lieferanten. Der Rohstoff für die Anlagen ist Mais-Silage. Am Lagerplatz für den Treibstoff wird am Georgschacht bereits geraume Zeit gebaut. In dessen Fundament lagern Steine von zwei abgerissenen Gebäuden aus der unmittelbaren Nachbarschaft des gesprengten Kohleturms. Mitte September soll der große Lagerplatz fertig sein, denn dann beginnt voraussichtlich die heimische Maisernte. Jede der beiden Anlagen benötigt für eine komplette Befüllung rund 12 000 Tonnen Silage. Beide Anlagen zusammen verbrauchen - anders ausgedrückt - Mais, der von einer Fläche von rund 240 Hektar geerntet wird. Der Mais wird von Feldern kommen, die nach Gottschalks Angaben in einem Umkreis von maximal zehn Kilometern um das alte Schachtgelände liegen. Als Lieferantenzufahrt wird der Haupteingang zu dem Gelände dienen. Nach dem Bau der Lagerfläche werden mehrere Teilbaustellen in Angriff genommen. Noch vor der Bestellung der umliegenden Felder soll die rund 1,2 Kilometer lange Doppelleitung zum "Tropicana" gelegt werden. Die Aufträge dafür sind bereits vergeben. Dann sind in Vorbereitung acht große Rundbehälter -vier pro Anlage. In denen gärt die Silage so lange, bis sie sich in Gas verwandelt. Dieser Stoff wird zwei große Motoren antreiben, die jeweils 714 Kilowatt Strom pro Stunde produzieren. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist. Mit der Wärme, die die Motoren erzeugen, wird das Wasser für das "Tropicana" aufgeheizt, das in der langen Doppelleitung vom Georgschacht zum Spaßbad zirkuliert. "Wir müssen erst sehen, welche Kapazitäten wir erreichen", betonte Gottschalk im Pressegespräch. Danach soll geprüft werden, ob möglicherweise noch weitere Kunden beliefert werden.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare