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Neue Programme helfen sozial oder materiell bedürftigen Familien / Kinder so früh wie möglich fördern

"Wachen Auges gucken, wer Hilfe benötigt"

Stadthagen (wil). In sozial oder materiell auffallend bedürftigen Familien mit kleinen Kindern so früh wie möglich vorbeugend erzieherisch zu helfen - das ist schon länger ein Ansatz des Schaumburger Kinderschutzbundes. Jetzt sind dafür gleich zwei brandneue Familienprojekte angelaufen: "Schritt für Schritt - von Anfang an" und "Opstapje". Das letztgenannte ist ein landesweit einmaliges Modellprojekt.

veröffentlicht am 21.07.2008 um 00:00 Uhr

In Kooperation mit dem Familienzentrum der Stadt Stadthagen und dem Landkreis Schaumburg wurden die Projekte erarbeitet, die das Kind mit all' seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten in den Mittelpunkt stellen. Während sich das Spiel- und Bewegungsprogramm "Schritt für Schritt - von Anfang an" an Familien mit Kindern von zwei bis 18 Monate richtet, ist das Spiel- und Lernprogramm "Opstapje" für Familien mit Kindern von eineinhalb bis drei Jahren gestaltet worden. "Opstapje" ist in den Niederlanden speziell für Familien mit Migrationshintergrund entwickelt worden. Der Kinderschutzbund beteiligt sich als einziger Partner in Niedersachsen an diesem Projekt. Aktuell werden in den Projekten 22 Familien in Schaumburg betreut. Ausgewählt wurden sie innerhalb des Netzwerkes, in dem Jugendamt, Familienzentrum und Kinderschutzbund kooperieren. Das Prinzip ist simpel und hilfreich. Einmal in der Woche kommt eine Hausbesucherin in die Familien, um gemeinsam mit den Eltern und dem Kind Spiele auszuprobieren und die Fähigkeiten desKindes zu fördern. Ziel ist aber nicht nur die frühe Förderung von Kindern, die in Armut leben, sondern auch die Stärkung eines gemeinsamen Familienklimas, um die Freude am eigenen Tun in das Blickfeld zu rücken. Martina Elsner und Margarete Schares sind die Hausbesucherinnen. Für Elsner hat sich nach einer Kindertagespflegeschulung mit dieser Aufgabe ein Wunsch erfüllt. Seit Anfang Juni betreut sie elf Familien - fünf davon in dem "Opstapje"-Programm, sechs in dem Programm "Schritt für Schritt". Gemeinsam mit den Müttern und Vätern bastelt sie Spielzeug, leitet siein praktischen Dingen an und hilft beim "über den Schatten springen". "Es macht wirklich Spaß. Pro Besuch erarbeiten wir einen Arbeitszettel, wobei auch immer klargemacht wird, dass nicht jedes Kind gleich ist. Manche Kinder erlernen Dinge früher, andere später." Wichtig ist ihr die Sensibilisierung der Eltern für die kleinen Fortschritte ihrer Kinder. An diesem Punkt setzt auch das Lob von Kreis-Sozialdezernentin Eva Burdorf an: "Wir finden das toll, was hier geleistet wird. Hier paart sich das Element von Engagement und Professionalität ganz wunderbar." In einer Zeit, in der die Gesellschaft offensichtlich in solchen Dinge kranke, sei es wichtig, bedürftige Familien zu unterstützen. Es sei nötig das Kind stärker in den Blick der Eltern zu stellen und das so früh wie möglich. "Es geht darum, Hilfe anzubieten und darum, wachen Auges zu gucken, wer Hilfe braucht", erklärte sie. Auch die Koordinatoren Birgit Schaper-Gerdes und Christel Varelmann, die im engen Austausch mit den Hausbesucherinnen stehen, sind mit dem bisherigen Verlauf des Projekts zufrieden. "Neben der Beratungsarbeit ist dies auch ein schöner Praxisbezug", sagte Varelmann.



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