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Zwei Gläubiger verweigern Unterschrift unter Erklärung

VTB: Rettung geplatzt

Bückeburg (rc). Die Rettung der VT Bückeburg ist gestern Abend in buchstäblich letzter Sekunde geplatzt. Zwei Unterschriften von Gläubigern fehlten zum Schluss noch. Alle anderen hatten den Verzicht auf ihre Forderungen erklärt, insgesamt in Höhe von 194 000 Euro.

veröffentlicht am 26.07.2006 um 00:00 Uhr

Stephan Höltershinken

Bis 18 Uhr habe er gerungen und versucht, die beiden zu erreichen. Sie seien abgetaucht und für niemanden zu sprechen gewesen, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Stephan Höltershinken der entsetzten Versammlung. Rund 80 Mitglieder hatten sich im brütend heißen Saal der Gaststätte Fenkner zu der außerordentlichen Mitgliederversammlung zusammengefunden. "Es tut brutal weh", fasste Höltershinken sein, aber auch das Empfinden des Saals, zusammen. Über die Motive der beiden habe er nicht zu urteilen. Eröffnet hatte der Vorsitzende Manfred Hohmann die Versammlung mit rund zehnminütiger Verspätung. Schon dort ahnten die Mitglieder, dass es entgegen den vorherigen Aussagen doch nicht so gut aussehen könnte. Gewissheit wurde es, als Höltershinken seinen Vortrag mit dem Satz eröffnete: "Der Abend wird ein ganz bitterer für die VTB." Das Sanierungskonzept sei bis auf den letzten Cent durchgefeilt gewesen. Vor allem Sparkasse und Volksbank als die Hauptgläubiger hätten auf erhebliche Summen verzichtet. Auch Mitglieder, die Bürgschaften unterschrieben hatten, hätten Verzichtserklärungenunterschrieben. Selbst die beiden Ex-Mitglieder, die mit einem nicht abgeschlossenen Vergleich die Auslöser für den Pfingsten gestellten Insolvenzantrag waren, hätten nach langen Verhandlungen mitgezogen. Insgesamt sei eine Summe von 194 000 Euro zusammengekommen. Der Gesamtschuldenstand der VTB belief sich aufüber 290 000 Euro. Der Liquiditätsplan hätte die völlige Befreiung von Schulden bis Ende 2007 bedeutet. Zugleich wäre genug Geld in der Kasse verblieben, um die sportlichen Aktivitäten der VTB wieder auf die Beine zu stellen. Wie es weitergeht, beriet die Versammlung nach einer längeren Sitzungsunterbrechung. Die Überlebenschancen werden allerdings als sehr, sehr gering eingestuft. Bis Redaktionsschluss lagen keine Ergebnisse vor. Ausführlicher Bericht folgt morgen.

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