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Stammtisch des Sehbehindertenverbandes kritisiert Fachärzte und Krankenkassen

Vorwurf: Bei Filtern und Lupen gibt es zu wenig Zeit zur Beratung

Bückeburg (mig). Anlässlich des regelmäßig stattfindenden Stammtisches der Bezirksgruppe Schaumburg des Blinden- und Sehbehindertenverbands ließen sich rund 20 Mitglieder von Udo Niemann ("Die Brille") über Kantenfilter und neue Lupen informieren. Unzufrieden ist der Bückeburger Optiker mit der Verschreibungspraxis einiger Augenärzte.

veröffentlicht am 26.01.2007 um 00:00 Uhr

Herma Drichel (l.), Werner Bauer (r.) und Werner Lange (2.v.l.)

Im Rahmen der Veranstaltung informierte Niemann die Mitgliederüber seine Erfahrungen mit Fachärzten und Krankenkassen. Die Kritik des heimischen Optikers: Wenn es um Lupen oder Filter gehe, nähmen sich manche Augenärzte zu wenig Zeit zur Beratung. Besonders ärgerlich findet Niemann eine Verweigerungshaltung in Sachen Hilfsmittel, die er auch schon erlebthabe. "Ein Augenarzt hat mir mal gesagt, dass er sich nicht damit beschäftigt, weil Sehbehinderte damit sowieso nicht zurechtkämen." Neben Niemann hatte der Vorsitzende Werner Lange noch einen weiteren Gast eingeladen. Frank Spyra, Gebietsverkaufsleiter der "Firma Schweizer", stellte Produkte vor, die Sehbehinderten im Alltag helfen können. Besonders interessant: Kantenfilter, die störende Lichtanteile herausfiltern. "Wir wissen, dass blaues Licht blendet und den Kontrast mindert. Das kann durch diese Filter verhindert werden", so Spyra. Besonders interessierten sich die Anwesenden aber für die mitgebrachten Lupen - auch hier hat es einige technische Entwicklungen gegeben. Neben Lesesteinen hatte Spyra auch sogenannte "Brillen-Lupen" mitgebracht. "Im Bereich Sondergläser fangen wir da an, wo andere aufhören", so Spyra, "wir haben sogar Schnellfokus-Systeme, Lesepulte und TV-Screens." Für den Umgang mit der Krankenkasse konnte der Gebietsverkaufsleiter keine einheitlichen Ratschläge geben. "Man bekommt beispielsweise für Lupen zwar ein Festgeld von der Krankenkasse, das wird aber unterschiedlich gehandhabt", erklärte er. Die Krankenkassen handelten oft nach Gutdünken. Spyra: "Die Leidtragenden sind dann die Betroffenen."



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