weather-image
15°

Großfeuer in Lauenförde: Brand auf dem „Herlag“- Gelände vernichtet im Bürobereich gesamtes Aktenlager

Vorsätzliche Brandstiftung wird vermutet

Lauenförde. Es war gegen 1.30 Uhr am frühen Samstagmorgen, als ein Anrufer über den Notruf 112 mitteilte, dass er eine Rauchentwicklung im Bereich der „Meintestraße“ in Lauenförde bemerkt habe. Als kurz darauf die ersten Brandschützer der Feuerwehr an dem Gerätehaus in Lauenförde, das in unmittelbarer Nähe zur „Meintestraße“ liegt, eintrafen, war zunächst nicht offensichtlich, woher die Rauchentwicklung stammt. Schnell wurde den Einsatzkräften jedoch klar, dass es sich um einen Brand auf dem „Herlag“-Gelände handeln muss. Aus dem ehemaligen Verwaltungsgebäude drang dichter Qualm und ließ nichts Gutes erahnen.

veröffentlicht am 08.12.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 08:56 Uhr

270_008_7617711_bowe101_0812.jpg

Autor:

Guido Laßmann
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Nach ersten Erkundungen ließen Ortsbrandmeister Olaf Groffmann und Einsatzleiter Andreas Topp sofort die Alarmstufe erhöhen. Neben den Ortsfeuerwehren Lauenförde, Meinbrexen, Fürstenberg, Derental und Boffzen eilten auch die Brandschützer aus Herstelle, Würgassen, Beverungen Karlshafen und Höxter zur Einsatzstelle. Mit der Unterstützung der Drehleitern aus Beverungen und Höxter wurde von außen die Brandbekämpfung der zunächst noch im Innenangriff tätigen Löschmannschaft unterstützt. Als sich die Lage im Inneren jedoch zuspitzte und eine „Durchzündung“ zu befürchten war, wurden diese Einsatzkräfte zurück- gezogen und die Brandbekämpfung von den Außenseiten durchgeführt.

Im ersten Obergeschoss, in dem sich zu Betriebszeiten bis zur Schließung im Juli 1999 ein Bürobereich sowie das gesamte Aktenlager befanden, fand das Feuer reichlich Nahrung, und die ehemaligen Firmenunterlagen gingen in Flammen auf. Das darüber liegende zweite Obergeschoss blieb vom Brand weitgehend verschont, ebenso das dritte Obergeschoss und das Erdgeschoss. Das Erdgeschoss wurde nur durch das Löschwasser in Mitleidenschaft gezogen. Ebenso wurde ein Trockenbau-Betrieb, der in einem Nebengebäude sein Lager angemietet hat, durch den Löschwassereinsatz zum Teil erheblich geschädigt.

Die Löschwasserversorgung wurde zusätzlich zum örtlichen Hydranten-Netz aus einer Zisterne sowie aus einem Kies-See sichergestellt. Zusätzlich wurden die Einsatzkräfte durch den Einsatzleitwagen (ELW 2) des Landkreises Holzminden, der Feuerwehrtechnischen Zentrale (FTZ) mit Nachschublieferungen an Schlauchmaterial und Atemschutzgeräten sowie der Verpflegung zur Versorgung der Brandschützer unterstützt. Zur Eigensicherung der Einsatzkräfte waren ein Rettungswagen der Johanniter-Unfallhilfe aus Holzminden, ein RTW des Kreises Höxter aus Beverungen sowie der Einsatzleitwagen Rettungsdienst des Landkreises Holzminden an der Einsatzstelle.

2 Bilder
Aus dem ehemaligen Verwaltungsgebäude drang dichter Qualm.

Neben dem Regierungsbrandmeister Wolfgang Brandt war auch ein Fachberater des THW vor Ort, um die Einsatzkräfte zu unterstützen. Insgesamt waren hier mehr als 150 Helfer mit den Löscharbeiten befasst.

Mit zunehmendem Löscherfolg konnten zum Morgen immer mehr Einsatzkräfte nach Haus geschickt werden. Letzte Nachlöscharbeiten sowie eine Teilräumung der durchnässten Aktenberge zog sich bis gegen 15 Uhr am Samstagnachmittag hin. Noch während der Löscharbeiten nahmen Beamte der Polizei ihre Ermittlungen zur möglichen Brandursache auf. Hier gab auch ein Sicherheitsmitarbeiter einer Wachschutzfirma an, noch gegen 13 Uhr an dem betreffenden Gebäude vorbei gefahren zu sein und dabei nichts Ungewöhnliches bemerkt zu haben. Aufgrund der derzeitigen Feststellungen der Ermittlungsbeamten spricht Einiges für eine vorsätzliche Brandlegung.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt