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Vorranggebiete für Bio-Energie?

Landkreis (gus). Die Kreistags-Gruppe Grüne/WIR hat im Ausschuss für Umweltschutz angeregt, strengere Rahmenrichtlinien für die Genehmigung von Biogasanlagen zu erarbeiten. Laut Hartwig Dankwerth sind Vorranggebiete wie für Windkraftanlagen denkbar.

veröffentlicht am 18.04.2007 um 00:00 Uhr

Dankwerth begründete den Vorstoß der Gruppe Grüne/WIR unter anderem mit der Befürchtung, dass Monokulturen durch zunehmende Anpflanzung von Energiepflanzen entstehen können. Außerdem sei die Zufahrtsituation zu Biogasanlagen zu beachten. Kreistagsmitglied Friedrich-Wilhelm Platte legte dar, dass ein HektarMais 40 bis 70 Tonnen Ertrag bringt. Ein Bio-Kraftwerk benötigt mehrere tausend Tonnen pro Jahr. Grundsätzlich sei Bioenergie zu befürworten, meinte Dankwerth. Allerdings sei die Nutzung der Abwärme der Strom-Generatoren eines Biogaswerks ein wichtiger Faktor für den ökonomischen Nutzen. Die Grüne/WIR hatte deshalb die Kreisverwaltung beauftragt, eine Liste aller genehmigter Anlagen samt technischer Details zusammenzustellen. Laut der Liste ist nur in sieben von 14 Fällen die uneingeschränkte Nutzung der Abwärme gewährleistet. Eine der Anlagen davon beliefert das "Tropicana" in Stadthagen. Vier der sieben Anlagen versorgen Wohnhäuser. Laut Dankwerth schließt letzteres eine Wärmenutzung im Sommer aus. Außerdem wurde diskutiert, ob es sinnvoll ist, Bioenergiekraftwerke in Industriegebieten anzusiedeln, weil die Abwärme von dortigen Betrieben genutzt werden kann. Dankwerth entgegnete, dass umgekehrt Biogasanlagen auch Industriebetriebe anlocken, weil diese den günstigen Strom und die Heizenergie nutzen wollen. Günther Maack nannte den Umkehrschluss "auch nicht unbedingt wünschenswert". Bisher bestehen laut Verwaltung keine Vorranggebiete. Ob es künftig welche geben wird und dies ebenso wie die zwingende Nutzung der Abwärme zum Kriterium für die Genehmigung einer Bioenergie-Anlage wird, blieb offen. Ein Beschluss wurde nicht gefasst.



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