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Am 10. Februar werden Knochenmarkspender gesucht

Vor Typisierung: "Betroffenheit ist auf beiden Seiten gleich"

Stadthagen (mw). Nur noch wenige Tage, dann ist es soweit: Am 10. Februar läuft von 10 bis 16 Uhr in der Stadthäger Sonnenbrinkschule an der Breslauer Straße die vom Türkisch-islamischen Kulturverein Stadthagen initiierte Typisierungsaktion. Die Bevölkerung ist aufgerufen, an der Bluttest-Aktion teilzunehmen und sich als potenzielle Knochenmarkspender registrieren zulassen.

veröffentlicht am 06.02.2007 um 00:00 Uhr

Hoffen auf eine rege Teilnahme der Bevölkerung: Ali Ihsan Ünlü (

"Wir leben manchmal nebeneinander, aber die Betroffenheit ist auf beiden Seiten gleich", sagte Ali IhsanÜnlü, Vorsitzender des Kulturverein, in einem Pressegespräch mit Blick auf das Schicksal von Meryem Cinar. Diese war 2006 an Leukämie erkrankt und gab damit innerhalb der muslimischen Gemeinde den Anstoß für die jetzige Aktion. Nicht nur die Stadthäger seien zur Unterstützung aufgerufen, sondern alle Schaumburger, so Ünlü. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier (SPD), Schirmherr der Typisierungsaktion, lobte das integrative Engagement des Kulturvereins und betonte, dass es in Deutschland keine Parallelgesellschaften geben dürfe. Integration bedeute, dass eine solche gemeinsame Aktion zur Normalität wird und keines besonderen Hinweises mehr bedarf, ergänzte der Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann, der ebenfalls Schirmherr ist. Einige Eckdaten zur Typisierung lieferte Bagnu Yazici vom Aktionsteam der Deutschen Knochenmarkspenderdatei gGmbH (DKMS): Die Wahrscheinlichkeit, einen geeigneten Knochenmarkspender für einen erkrankten Menschen zu finden, liege zwischen 1:20 000 und eins zu mehreren Millionen. Um sich als potenzieller Knochenmarkspender registrieren zu lassen, müsse man gewisse Kriterien erfüllen, erläuterte Yazici. Eine Teilnahme an der Typisierung sei für diejenigen Menschen möglich, die zwischen 18 und 55 Jahre alt sind, über eine gesunde körperliche Verfassung verfügen und mindestens 50 Kilogramm wiegen. Sie dürfen aber kein starkes Übergewicht haben. Emine Yolak, ebenfalls Vorstandsmitglied des Kulturvereins, wies darauf hin, dass zur Typisierung der Personalausweis mitzubringen ist. Da Meryem Cinar im Dezember 2006 an den Folgen ihrer Chemotherapie starb, ist die jetzige Typisierungsaktion der leukämiekranken Corinna (16) in Hannover sowie den an einem angeborenen Immundefekt leidenden, türkischen Geschwistern Melisa (1 1/2) und Miraç (4) in Berlin gewidmet.

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