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Mutmaßliche Vergewaltigung auf Feldweg

Vor Landgericht Haftstrafe für Sextäter gefordert

Beckedorf/Bückeburg (ly). Mit einer Flut von fast 30 Beweisanträgen hat vor dem Bückeburger Landgericht die Berufungsverhandlung um eine mutmaßliche Vergewaltigung bei Beckedorf begonnen. Verteidiger Andreas Hüttl zielt mit den diversen Schriftsätzen vor allem auf die Glaubwürdigkeit jener jungen Frau, über die der Angeklagte zusammen mit einem von zweiFreunden auf einem Feldweg hergefallen sein soll. Zumindest einem Teil der Anträge wird die 4. Kleine Strafkammer wohl nachgehen. Oberstaatsanwalt Bodo Becker hat dies befürwortet. Die Entscheidung steht noch aus.

veröffentlicht am 22.11.2008 um 00:00 Uhr

In erster Instanz, dem Stadthäger Schöffengericht, war die Aussage der heute 18-Jährigen als glaubhaft eingestuft worden. Wegen gemeinschaftlich begangener Vergewaltigung wurde der Angeklagte daraufhin zu zwei Jahren und sieben Monaten Haft verurteilt. Damals hatte der 23-Jährige, ein Schüler aus Hessisch Oldendorf, die Vorwürfe bestritten und gemutmaßt, bei der Anzeige handele sich womöglich um einen Racheakt des Mädchens, das "mehr gewollt" habe. Diesmal schweigt er zur Sache, offenbar auf Anraten seines neuen Verteidigers, der auf Freispruch hinaus will. Die erstinstanzlichen Richter hielten die Tat für erwiesen. Am einem Abend im Juli 2006 sollen der Schüler und zwei Freunde die junge Frau abgeholt haben, um "gemeinsam abzuhängen", wie die damals 16-Jährige anfangs glaubte. Auf einem einsam gelegenen Feldweg nahe Beckedorf sollen zwei Männer die Schaumburgerin dann festgehalten haben. Einer von ihnen, der Angeklagte, habe das Opfer vergewaltigt, bevor auch der unbekannter Zweite über die Minderjährige hergefallen sei. Danach sollen die mutmaßlichen Täter das Mädchen zu Hause abgesetzt haben. Erst vertraute es sich seiner Großmutter an, später auch der Polizei. Gegen das Stadthäger Urteil hat nicht nur die Verteidigung Berufung eingelegt, sondern auch die Staatsanwaltschaft. Behördenleiter Becker hält die Strafe für "deutlich zu gering". Angemessen seien "mindestens drei Jahre und sechs Monate" Haft. Der Angeklagte habe "eine vollkommen hilflose Lage auf einem Feldweg" ausgenutzt. Die meisten Beweisanträge der Verteidigung drehen sich um einen Fall aus Hannover, in dem eine Freundin der 18-Jährigen das Opfer einer Vergewaltigung durch mehrere Männer gewesen sein soll. In diesem Verfahren hatte die junge Frau als Zeugin tatsächlich zunächst falsche Aussagen zugunsten der Freundin gemacht, diese aber später aus freien Stücken zurückgezogen, was zu Freisprüchen führte. Der jetzt laufende Prozess geht Anfang Dezember weiter. Das mutmaßliche Opfer sagt zu einem späteren Termin aus. Vor Gericht tritt die 18-Jährige als Nebenklägerin auf und lässt sich von einem Anwalt vertreten.

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