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Vor Gericht: Auffahrunfall an roter Ampel / 1600 Euro Geldstrafe

Vor der Fahrt zur Fußpflege morgens Tabletten und Sekt

Rinteln (maf). Eine 64-jährige Hausfrau, die unter dem Einfluss eines Cocktails aus Medikamenten und Alkohol einen Auffahrunfall an der Konrad-Adenauer-Straße verursacht hatte, ist nun wegen Straßenverkehrsgefährdung und fahrlässiger Körperverletzung verurteilt worden.

veröffentlicht am 25.09.2008 um 00:00 Uhr

Amtsrichter Christian Rost belegte die Angeklagte mit einer Geldstrafe von 1600 Euro und entzog ihr die Fahrerlaubnis. Zugleich ordnete er eine Führerscheinsperrfrist von noch sechs Monaten an. Im Mai war die Hausfrau mit ihrem Auto auf einen an einer roten Ampel stehenden Toyota geprallt, dessen Fahrerin (48) sich dabei ein Schleudertrauma und eine Prellung im Schulterbereich zuzog. Am Abend vor dem Unfall hatte sich die 64-Jährige deprimiert gefühlt, weil sie kurz zuvor eine traurige Nachricht über den Gesundheitszustand eines Familienangehörigen erhalten hatte. Mit ihrem Mann trank sie Sekt und nahm gegen Mitternacht eine Tablette gegen Übelkeit ein. Am nächsten Morgen schluckte die Frau, die außerdem Schmerzmittel einnimmt, eine weitere Tablette gegen Übelkeit und trank nochmals Sekt. Dann machte sie sich mit ihrem Auto auf den Weg zur Fußpflege. Als sie die Umgehungsstraße an der Einmündung zur Konrad-Adenauer-Straße verließ, fuhr sie auf den Toyota auf, der bereits eine Minute an der roten Ampelhielt. "Sie wirkte auf mich sehr fahrig und auch nicht ganz orientiert", erinnerte sich die bei dem Unfall leicht verletzte Toyota-Fahrerin. Die herbeigerufenen Polizeibeamten bemerkten darüber hinaus Alkoholgeruch bei der Hausfrau und waren überrascht, dass eine spätere Blutabnahme lediglich eine Blutalkoholkonzentration von 0,38 Promille ergab. Letztlich führten die Wirkungen des Cocktails aus Medikamenten und Alkohol zu dem Unfall. Nach Einschätzung eines medizinischen Sachverständigen spielte dabei das Mittel gegen Übelkeit die Hauptrolle. Dieses auch gegen Reisekrankheit und als Beruhigungsmittel eingesetzte Medikament wird nur noch selten verwendet und kann zu Schläfrigkeit und Verlangsamung führen. Richter Rostäußerte in seiner Urteilsbegründung, dass sich die Hausfrau an jenem Morgen hätte informieren müssen. Man müsse von jedem verlangen, der am Straßenverkehr teilnehmen will, dass er sich kundig macht, ob die Einnahme von Medikamenten Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit hat.

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