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Männliche Jugendliche haben deutlich größere Schwierigkeiten mit der Entscheidungsfindung

Vor dem Studieren: Erkenne dich selbst!

Landkreis (cok). "Ey Mann, sag du mir, was ich studieren soll!" Nicht selten hört Studien- und Berufsberater Hans-Joachim Schwenke solche scheinbar lässig hingeworfenen Sätze von Schülern, die in seine Beratungsstunde kommen. "Es sind fast immer die Jungs, die nicht zugeben wollen, dass sie noch nicht durchblicken", sagt er. "Mädchen haben viel weniger Scheu, sich zu fragen: Wer bin ich eigentlich?"

veröffentlicht am 26.06.2006 um 00:00 Uhr

Schwenke arbeitet in der Agentur für Arbeit in Hameln und kennt alle 12. Klassen von Holzminden bis Bückeburg, von Springe über Rinteln bis Bad Nenndorf, weil er, als eine Art "Handlungsreisender in Sachen Berufsberatung", regelmäßig die Gymnasien und Fachoberschulen aufsucht, um dort kleine Seminare zu geben und Sprechstundenanzubieten. Dabei wird er immer besonders intensiv nach den Chancen von bestimmten Studiengängen für eine gute Position am Arbeitsmarkt gefragt. "Aber Prognosenüber den Arbeitsmarkt der Zukunft helfen den Schülern in Wirklichkeit kaum", sagt er. "Was wirklich wichtig ist, drückt eine uralte philosophische Lebensweisheit aus: Erkenne dich selbst!" Nur wer ehrlich und nüchtern seine Fähigkeiten zu seinen Wünschen und Interessen in Beziehung stellt, kann auch eine bewusste und klare Entscheidung treffen. "Leider ist es wirklich so, dass Jungs oft meinen, sie bräuchten sowas nicht." Und so sind es auch besonders häufig die männlichen Jugendlichen, die Bewerbungstermine verpasst haben oder auf die Schnelle einen Weg wählten, der zum Holzweg wurde. Dabei werden in der Studien- und Berufsberatung wichtige Hilfestellungen geleistet, die eben nicht nur sachliche Informationenüber Universitäten und Studiumsvoraussetzungen betreffen, sondern ganz individuell dem Einzelnen zeigen, wie er sich selbst auf die Spur kommen kann. Entsprechende Tests, sogar auf einzelne Studienfelder bezogen, gehören ebenso dazu wie ausführliche Gespräche, in denen Schwenke die Schüler immer wieder an die wichtige Grundmaxime erinnert: "Du selber bist der Ursprung!" Deshalb empfiehlt der Berater den Oberstufenschülern, sich der Universität und ihren Angeboten ruhig ganz konkret zu nähern und auszuprobieren, was das Richtige sein könnte. In Hannover kann man regelmäßig an speziellen Vorlesungen teilnehmen und mit den Dozenten sprechen. Und die Sommeruniversität in Rinteln bietet sogar die Möglichkeit, sich eine Woche lang intensiv auf ein Probestudium einzulassen, bei dem man Veranstaltungen aus allen gängigen Studienbereichen kombinieren kann. Dort geben Dozenten von den fünf wichtigsten norddeutschen Universitäten ihre Seminare und Vorlesungen und beantworten in einer ausführlichen Studienberatung alle weitergehenden Fragen. Auch Hans-Joachim Schwenke reist dann wieder zur Studienberatung an und freut sich besonders, wenn er unter den vielen weiblichen Teilnehmern auch manche der Jungs wieder entdeckt, mit denen er in seinen Sprechstunden zu tun hatte. Kontakt: Termine für eine Beratung in der Agentur für Arbeit lassen sich jederzeit auch für die Sommerferien absprechen unter (05151) 90 97 31. Die Sommeruniversität Rinteln findet statt vom 19. bis zum 25. August. Nähere Informationen dazu im Internet unter www.Sommeruni-Rinteln.de . Anmeldeschluss ist der 7. Juli 2006.

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