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Interview mit Holger Schulz, zum zweiten Mal Vorsitzender des Stadtmarketing Stadthagen

Vor allem immer offen miteinander reden

Stadthagen (ssr). Nach einem Jahr Unterbrechung bekleidet der Stadthäger Kaufmann Holger Schulz seit Kurzem erneut das Amt des Vorsitzenden des Stadtmarketing Stadthagen (SMS). Im Interview nimmt der geschäftsführende Gesellschafter des Feinkosthauses Tietz Stellung zu aktuellen Problemen.

veröffentlicht am 25.06.2008 um 00:00 Uhr

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Worauf kommt es im Verhältnis zwischen SMS und Stadt in der nächsten Zeit besonders an? Wir sollten immer offen miteinander sprechen. Denn eins ist klar: Der SMS kann ohne Kooperation mit der Stadtverwaltung und der Politik nicht viel erreichen. Bürgermeister Bernd Hellmann bezeichnet es als eines seiner wichtigsten Ziele, in der Kreisstadt ein wirtschaftsfreundliches Klima zu pflegen... Dieser Anspruch geht genau in die richtige Richtung. Es gab mal Zeiten, da wurden Unternehmen von der Stadt nicht gerade auf Rosen gebettet. Da gab es gegenüber einigen umliegenden Städten Nachholbedarf. Der wird jetzt ausgeglichen. Es ist ganz wichtig, dass im Rathaus ein Wirtschaftsförderer etabliert ist. Was würden Sie sich für die Fläche südlich der Marktpassage wünschen? Diese Fläche ist ein Sahnestück in der Altstadt. Wünschenswert wäre dort eine große Gewerbefläche mit vergrößerter Tiefgarage. Stadt und SMS sollten alles tun, um die Entwicklung in diese Richtung zu begünstigen. Was muss sich Ihrer Einschätzung nach an der Verkehrsführung in Stadthagen ändern? Man hört momentan von so mancher "Vision". Wir sollten aber klare konkrete Ziele definieren. Ich schlage deshalb vor, dass der SMS eine Arbeitsgruppe einsetzt, die ein Konzept "Verkehrsführung im Jahre 2010" entwerfen soll. Dabei sollte sehr stark die Perspektive der Besucher und Kunden von auswärts Beachtung finden. Die müssen sich in der Stadt viel besser zurecht finden können. Stichwort Parkplätze: Wäre mehr kostenloses Parken in der Altstadt sinnvoll? Natürlich wäre möglichst viel kostenloses Parken grundsätzlich wünschenswert. Aber da gibt es ein Dilemma: Denn dann würden diese Parkplätze vermutlich schnell durch Berufstätige als Dauerparkplätze genutzt. Zudem wirtschaften die Parkplätze - egal ob öffentlich oder privat - schon jetzt defizitär. Der Kostenfaktor spielt also eine große Rolle dabei. Vielleicht könnten mehr sogenannte ,Brötchen-Tasten' als Kompromiss ein Fortschritt sein. Die Stadt plant die Restaurierung und Nutzung der "Zehntscheune"... Das wäre in Verbindung mit der Nutzung des Landsberg'schen Hofes ein sehr sinnvolles Projekt. Da schlummert ein ungeheures Potenzial. Das sieht man jetzt beim Public Viewing zur Europameisterschaft. Das zauberhafte Ambiente dort bietet die Voraussetzung für die Schaffung eines Publikums-Magneten. Immer wieder spielt in der politischen Debatte das Zentrenkonzept eine große Rolle... Das läuft im Vergleich mit anderen Städten hier vorbildlich. Schon in nicht allzu weiter Entfernung sieht man an schlechten Beispielen, wie die Lage in Innenstädten bedenklich wird, wenn die Politik nicht vorausschauend arbeitet. Es gibt Orte in Schaumburg, da möchte ich mein Geschäft nicht haben. Was der SMS in dieser Frage seit Jahren vertritt, ist durch das Cima-Einzelhandelsgutachten eindeutig bestätigt worden - speziell unsere Haltung in der Festplatz-Frage. Wenn die Stadt sich an die Cima-Empfehlungen hält, kann es für Stadthagen eigentlich nur weiter bergauf gehen.

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