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Lesertelefon mit Forderungen nach besseren Busverbindungen und verschärften Strafen

Von Raubrittern und entsorgten Einwohnern

Rinteln (ur). Ingrid Wille ärgert sich darüber, dass immer mehr Lieferfahrzeuge außerhalb der vorgesehenen Zeiten durch die Fußgängerzone fahren: "Egal ob die nun eine Sondergenehmigung haben oder nicht: Die Präsenz dieser Fahrzeuge hat inzwischen schon ein störendes Ausmaß für Fußgänger und Radfahrer erreicht."

veröffentlicht am 30.01.2008 um 00:00 Uhr

Sind die Stimmzettel am Ende nur Beute für Raubritter? Foto: tol

Eine ausgesprochen schräge Formulierung entdeckte unsere Leserin Gaby Wedemeier aus dem Auetal. Auf einem Info-Zettel des Wasserverbands Nordschaumburg zur Kläranlage Auetal und dem dortigen Abwassernetz ist doch allen Ernstes von "6700 entsorgten Einwohnern" im Auetal zu lesen. Wedemeiers spöttische Nachfrage: "Ob das so gut für das Abwassernetz ist? Und werden diese 6700 Einwohner nicht irgendwo vermisst?" Am Ende fehlen sie dann noch als Beitrag zur ordnungsgemäßen Belegung der Friedhöfe - mit allen fatalen Folgen für die Gebührenbilanz! Wir können die schlaflosen Nächte gut nachvollziehen, die dieser etwas makabre Hinweis der Auetalerin bereitet hat... Angesichts der aktuellen Debatte um ein verschärftes Jugendstrafrecht fordert Brigitte Dienstbier aus Hohenrode, zunächst einmal das Strafmaß in herkömmlichen Verfahren gegenüber Erwachsenen zu überdenken: "Wenn jetzt in Nordhessen gegen diese Eltern, die ihr 14-monatiges Kleinkind verhungern ließen, lediglich acht bzw. drei Jahre Gefängnis verhängt werden, so steht das für mich in einem absoluten Missverhältnis zur Schwere der Tat." Das gelte vor allem, wenn man bedenkt, dass die Verurteilten vielleicht schon nach der Hälfte dieser Zeit entlassen werden. Dieter Karl aus dem Kalletal bedauert, dass gerade zum Wochenende die Busverbindungen nach Rinteln so schlecht sind: "Unsere Kinder gehen gern mal zum Treffen mit Gleichaltrigen in die Bodega oder ins Kino - aber es stört schon, dass man sich dann immer auf die Abholung des Nachwuchses einstellen muss. Wenn man die Busverbindung entsprechend propagieren würde, gäbe es sicher auch mehr Nutzer." Ein weiterer Vorschlag: "Könnte der Kulturring nicht in der Pause organisieren, dass je nach Zahl der Meldungen ein Sammeltaxi nach dem Theaterabend im Brückentorsaal bereit steht?" Nicht sehr verwundertüber die geringe Wahlbeteiligung ist Johanna Blöcker aus der Rintelner Nordstadt: "Schon der Begriff Wahlurne deutet ja daraufhin, dass die abgegebenen Versprechen der Politiker nach der Wahl mehr oder minder beigesetzt werden. Schon vor Jahren erklärte Theo Waigel bei der Ernennung zum Ritter wieder den tierischen Ernst in Aachen, dass "wir Politiker die modernen Raubritter sind". Das gelte leider auch für den Ausverkauf von Volksvermögen durch die Privatisierung bei Post und Bahn.

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