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Bückeburger Aue: Wurzelwerk als künftige Brutstätten? / Keine Einwände, sagt Fachverband

"Von mir aus kann das Jahre liegen bleiben"

Borstel (rnk). Rund 50 Bäume hat der Orkan "Kyrill" vor zehn Tagen entlang der Aue, zwischen Borstel und dem Eisenhammer in Bernsen entwurzelt. Wie mit ihnen umgegangen werden soll, dazu hat Rolf Wittmann von den Grünen einen Vorschlag: Das Wurzelwerk, so der Bernsener, solle einfach liegen bleiben: Es sei eine ideale Brutstätte für Vögel aller Art, die entlang der Aue leben.

veröffentlicht am 30.01.2007 um 00:00 Uhr

Das Wurzelwerk, so meint Rolf Wittmann von den Grünen, sollte li

Dagegen, so erwidert Bernd Insinger, Vorsitzender des zuständigen Wasserunterhaltungsverbandes Bückeburger Aue, sei im Grunde nichts einzuwenden. Nur würden die Wurzeln selber wohl nicht mitspielen: Würden die Stämme weggeschafft , so fehle das Gewicht, das die Wurzeln jetzt in einem Winkel von 90 Grad in ihrer jetzigen Stellung hält. Die Folge: DieWurzeln würden wohl wieder in ihre "normale" Stellung in die Aue zurücksinken. Wie es an der Aue weitergeht, ob und wann neue Bäume gepflanzt werden, das weiß Insinger noch nicht. Müsse er auch noch nicht wissen, lässt er durchblicken, schließlich habe seit dem Orkan ausschließlich ein Ziel erreicht werden müssen: Die Aue von allem zu befreien, was den Strom am Fließen hindert. Und das Holz dabei so zu beseitigen, dass es beim nächsten kräftigen Windstoß nicht wieder in das Gewässer fliegt. Diese Aufgabe sei erfüllt, auf zwei großen Stapeln wartet das Holz auf seine Weiterverwertung. Auch der Wirtschaftsweg (in Richtung Bernsen rechts von der Aue) ist von allen Ästen und Bäumen befreit worden: Er kann wieder befahren werden. Allerdings gibt es an mehreren Stellen Unterspülungen: Dort waren die Bäume weggekippt, ihr Wurzelwerk hatte beim Fallen Teile des Asphalts mit hochgerissen. Anders sieht es auf der anderen, der linken Aue-Seite aus. Dort liegen noch alle Bäume, die "Kyrill" entwurzelt hatte. Das hat zwei Gründe: Zum einen sind die Wiesen und Felder dort so nass, dass schweres Arbeitsgerät sofort stecken bleiben würden, zum anderen ist noch nicht geklärt, wem die Grundstücke, auf denen die Bäume liegen, eigentlich gehören. Insinger vermutet, dass sie Bundeseigentum sind, schließlich befinden sich dort die großen Flächen mit den Setzlingen, die als Ausgleich zur Erweiterung der Autobahn angelegt wurden. Möglicherweise gehören sie aber auch einem Landwirt. Wie auch immer: Gegen den Vorschlag von Wittmann, Bäume und Wurzeln liegen zu lassen, hat Insinger keine Einwände: "Von mir aus können Bäume und Wurzeln Jahre liegen bleiben und in den Kreislauf der Natur zurückkehren." Aus Sicht des Wasserunterhaltungsverbandes Bückeburger Aue müsse man dort jedenfalls nicht tätig werden. Und Neuanpflanzungen? Die seien natürlich erst möglich, so Insinger, wenn geklärt ist, wer zahlt. Sicher sei nur, dass man derartige Flachwurzler wie Pappeln nicht wieder nehmen wird: "Dann pflanzen wir dort Bäume an, die tiefer wurzeln und das Ufer auf natürliche Art halten."

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