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Weihnachtskonzert von Schülern des Vikilu in der Münsterkirche

Von Madagaskar nach Hogwarts

HAMELN. Schulkonzerte sind beliebt, vor allem, wenn sie in der Vorweihnachtszeit stattfinden.

veröffentlicht am 06.12.2018 um 00:00 Uhr

So war die Münsterkirche am Mittwochabend bis auf den letzten Platz besetzt, als das Vikilu zum Konzert eingeladen hatte. Über 200 Schüler boten in solistischen und Ensemble-Beiträgen eine erstaunliche Vielfalt und musikalische Qualität.

Den Anfang machten die „Singstars“ – der Chor der fünften bis siebten Klassen. Das ist schon eine Freude zu sehen, mit welchem Eifer die Jüngsten unter der Leitung von Franziska Erdmann ihren Beitrag überzeugend darbieten können. Dem stand die Streicherklasse in nichts nach, als sie mit Natalia Wiest und Hans-Martin Haas die Zuhörer instrumental in die „Weihnachtsbäckerei“ entführten. Diese Schülerinnen und Schüler beginnen mit ihrem Instrumentalspiel neu mit ihrem Übergang ans Vikilu. So sitzen darin sowohl Fünft- als auch Sechstklässler und spielen inzwischen sehr sauber ihren Part, mit Bögen oder auch gezupft.

Das „kleine“ Orchester, die „Sinfonics“, entführten die Zuhörer zu einem ersten Ausflug in die Filmmusik mit einem Harry Potter-Medley und „A Very Respectable Hobbit“ von Howard Shore. Beide Stücke wurden unter der sicheren Stabführung von Cecily Reimann überzeugend gemeistert.

Gerade in den Solobeiträgen zeigten die Jungen und ganz jungen Künstler, dass sie sich auf ernstzunehmende Weise mit der Musik auseinandersetzen. Allen voran präsentierte sich Joas van Cattenburg an der Harfe mit einer wunderschönen Interpretation von „Princess Royal“ und stand damit in nichts den anderen Solobeiträgen nach. Zwei Flötenensembles unter der Leitung von Alexander Simko spielten Stücke von Telemann und Rutter und demonstrierten damit die Vielfalt reiner Querflötenensembles.

Großes Einfühlungsvermögen

Bastian Maas brillierte am Klavier mit „The Crave“ von Jelly Roll Morton, begleitet von Lasse Buchholz auf der Cajon. Tim Rother zelebrierte zauberhaft das Hauptthema aus John Williams‘ Musik zu „Schindlers Liste“ – zupackend, aber zugleich mit großem Einfühlungsvermögen.

Auch die beiden „großen“ Ensembles überzeugten. zunächst sangen die „Vikilu Voices“ unter der Leitung von Luisa Rahlfs zwei afrikanische Stücke. Diese waren sicher intoniert und überzeugend vorgetragen. Das Orchester des Vikilu versetzte die Zuhörer mit dem Marsch aus der Nussknackersuite von Tschaikowsky ein wenig in vorweihnachtliche Stimmung. Auch die danach folgende Titelmusik zu „Madagascar“ aus der Feder von John Williams riss das Publikum mit. Da zeigte das junge Ensemble, dass es den Schwierigkeiten einer solch ausgefeilten Orchesterpartitur durchaus gewachsen ist: Satte Blechbläserklänge kontrastierten die sichere Gestaltung der Streicher. Hans-Martin Haas führte das Ensemble mit klarem Dirigat zu einem begeisternden Klangerlebnis.

Kurz vor Schluss noch ein Solobeitrag: Sofie Thomas, die Gewinnerin der letztjährigen Staffel von „Voice of Germany“, sang absolut souverän, begleitet von ihrem Bruder David Thomas, Leonard Cohens „Hallelujah“. Das passte stilistisch hervorragend und war auch perfekt musiziert.

Nach etwas über 80 Minuten wurde dieser abwechslungsreiche und musikalisch anspruchsvolle Abend mit dem „Irischen Reisesegen“ beendet, bei dem alle zusammen mit Matthias Rheinländer an der Marcussen-Orgel musizierten. Ein Abend, von dem man sich noch viele Wiederholungen wünscht. pr



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