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Volker Wybranietz und Kristiane Allert-Wybranietz zeigen Fototätigkeit auf Gewerbeschau

Von Lyrik allein kann man nicht leben...

Auetal (cok). Fotokünstler und Dichterin auf der Gewerbeschau? Ja, seit einem Jahr gehören Volker Wybranietz und Kristiane Allert-Wybranietz zum Auetaler Gewerbeverein, und präsentierten jetzt an einem eigenen Stand neben ihren deutschlandweit bekannten Foto-Gedichtbänden eine neue Seite ihrer künstlerischen Kreativität: das Fotografieren von Menschen und Dingen und wie sie daraus etwas ganz Besonderes machen.

veröffentlicht am 03.05.2007 um 00:00 Uhr

Seit einem Jahr gehören Volker Wybranietz und Kristiane Allert-W

Seit Jahrzehnten ist Volker Wybranietz leidenschaftlicher Fotograf, der sich sofort mit größtem Interesse der "digitalen Revolution" öffnete und alle Möglichkeiten der digitalen Fotobearbeitung beherrscht. Mit Laptop, großem Bildschirm und Kamera ausgerüstet, zeigten die beiden Rolfshäger an ihrem Stand, wie ausdrucksstarke Portraits entstehen, wie sie alte Postkarten, vergilbte Fotos, zerfallende Dokumente am PC wieder ins Leben zurückrufen oder Schwarz-Weiß-Fotografien durch nachträgliches Kolorieren einen eigenartigen neuen Charme verleihen. "Diese Arbeiten rund um die digitale Fotografie sollen unser zweites Standbein werden", erklärt Kristiane Allert-Wybranietz. Auch wenn sie Deutschlands Nachkriegsdichterin mit der größten Auflage an Gedichtbänden ist und vor allem die "Geschenkbücher" mit den Fotoillustrationen ihres Mannes tolle Verkaufszahlen erreichten - von der Lyrik allein kann man auf die Dauer nicht leben. So meldete sie im letzten Jahr ein Gewerbe mit antiquarischen Büchern an und beide zusammen planen nun, aus der Fotografie ebenfalls ein Gewerbe zu machen. "Ich denke, wir treffen hier im Auetal damit in eine Marktlücke", meint Volker Wybranietz, und das rege Interesse der Gewerbeschau-Besucher scheint das zu bestätigen. Eine Diashow repräsentiert die ganze Bandbreite des Angebots. Gestochen scharfe und dabei geradezu poetische Luftaufnahmen vom eigenen Haus, Tierportraits, die das Individuelle der Tierpersönlichkeit hervorheben, Aufnahmen von Autos oder Motorrädern, die zu Kunstwerken werden, und vor allem immer wieder Menschenportraits, die sich in ihrer Lebendigkeit deutlich unterscheiden von den typischen Aufnahmen eines klassischen Fotostudios. Besonders auffällig ist dabei das Foto eines Großvaters, dem der Enkel gerade die Brille von der Nase nimmt. Beide sind so fröhlich in ihr Tun vertieft, dass man sich kaum vorstellen kann, wie sie in einer arrangierten Fotografier-Situation so unbefangen sein konnten. "Ja, das ist wohl mein Anteil bei der Arbeit", sagt Kristiane Allert-Wybranietz. "Ich agiere bei solchen Portraits sozusagen als Animateurin und lenke davon ab, dass gleich ein Foto entstehen soll." Der Erfolg solcher Zusammenarbeit ist auch auf einigen Familienportraits zu sehen, wo die Beteiligten nicht einfach in die Kamera blicken, sondern mit den Kindern scherzen, auch mal unerwartet ernst gucken und gerade dadurch, bei aller Stilisierung des Arrangements, ihre Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. "Das ist unsere Familie, so wie wir wirklich sind", war der Kommentar einer der Fotografierten. Das Künstlerpaar fotografiert auch auf Hochzeiten und anderen Festen, es erarbeitet Werbeplakate und -broschüren (auch für das Bildhauer-Symposion in Obernkirchen), und immer steht den Kunden danach eine CD mit den entstandenen Aufnahmen zur Verfügung, die sie nach belieben kopieren dürfen.

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