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Zwischenfälle mit Hunden enden tödlich / Landkreis verhängt Leinenzwang für aggressive Mischlinge

Von "Luca" bleiben nur die Erinnerungsfotos

Rodenberg (bab). In nahezu jedem zweiten Haushalt im Landkreis Schaumburg gibt es einen Hund, wie das Veterinäramt des Landkreises mitteilt. Da bleiben Probleme mit Nachbarn und anderen Hundebesitzern nicht aus. Im Norden von Rodenberg haben sich besonders tragische Fälle zugetragen. Die Bilanz: zwei tote Hunde.

veröffentlicht am 11.11.2006 um 00:00 Uhr

Burkhard Witte und seine Tochter Melanie trauern um den Rüden "L

Das Ehepaar Giesela und Burkhard Witte kann nur noch trauern, wenn es die Fotos von "Luca" betrachtet. Der Vierbeiner ihrer Tochter Melanie ist das jüngste Opfer von zwei offensichtlich stadtbekannten Rüden. Bei einem Spaziergang mit Burkhard Witte in der Feldmark vor dem Deister ist der Terriermischling Anfang Oktober derart attackiert worden, dass er tags darauf eingeschläfert werden musste. Die Dalmatiner-Rottweiler-Mischlinge eines Rodenberger Handwerkers hatten sich auf den kleinen "Luca" gestürzt und ihm das Rückgrat zerbissen. "Einer ist von oben und einer ist von hinten gekommen", schildert Burkhard Witte. Der Halter habe einen Hund noch mit Namen "Satan" gerufen, die Hunde hätten jedoch nicht gehört. Auch der Versuch, "Luca" an der Leine nach oben zu ziehen, schlug fehl. Gegen die großen, schwarzen Tiere konnten Witte und "Luca" nichts ausrichten. Das war das Todesurteil für den Hund. Dies war nicht die erste Begegnung, wie das Veterinäramt bestätigt. Im April waren die beiden Rüden an einem tödlichen Zwischenfall beteiligt. Der 15-jährige Sohn von Ingo Herzog war mit dem Familienhund, einem jungen Labrador, in Richtung Modellflugplatz unterwegs, als ihm die Hunde begegneten. Sie wurden von dem 70-jährigen Vater des Halters ausgeführt, wie sich später herausstellte. Bei der Begegnung rissen sich beide los und stürmten auf den Labrador zu. Dieser reagierte mit Fluchtinstinkt, ging dem 15-Jährigen ebenfalls stiften und lief auf die B 442. In seiner Panik geriet der Hund unter einen Lkw und wurde getötet. Die Vorfälle haben Konsequenzen. Beide geschädigten Halter zeigten den Besitzer der Mischlinge an. Der Landkreis hat reagiert. Amtstierarzt Ulf Güber hat Halter und Hunden einen Besuch abgestattet, und es wurde ein Leinenzwang angeordnet. "Bei Zuwiderhandlung kann auch ein Zwangsgeld erhoben werden", sagt Güber. Sollte es weitere Fahrlässigkeiten geben, sei nicht ausgeschlossen, dass die Hunde dem Halter entzogen werden. Der Halter ist zwar einsichtig und sagt, es tue ihm Leid, will aber nicht als "Mörder der Hunde" dargestellt werden. Er habe die Kosten der Vorfälle übernommen und werde sich jetzt an die Auflagen halten. Dass Zwischenfälle mit Menschen passieren können, schließt er aus. Seine Hunde hätten ausschließlich Probleme mit anderen Rüden. "Ich habe vier Kinder, es muss keiner Angst vor den Hunden haben." Doch die Betroffenen sind anderer Meinung. "Wir meiden jetzt diesen Bereich", sagt Herzog, und auch Wittes wollen den Hunden nicht mehr begegnen. Die Betroffenen haben genug haarsträubende Geschichten gehört, die mit den Hunden zusammenhängen sollen.

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