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Kammerkonzert: Mozart, Beethoven, Brahms

Von Liebe und Verlust

Obernkirchen. Das Stift Obernkirchen lädt am Sonntag, 14. September, um 18 Uhr zu einem Kammerkonzert ein. Der polnische Violinist Grzegorz Kotów und sein südafrikanischer Klavierpartner Nico Benadie spielen bei der Gelegenheit drei besondere Sonaten für Violine und Klavier, die alle drei im Werkkatalog des jeweiligen Komponisten eine Sonderstellung einnehmen und alle sehr eng mit den Biografien der Komponisten verbunden sind.

veröffentlicht am 05.09.2008 um 00:00 Uhr

Mozarts Sonate in e-Moll ist eine Seltenheit im Schaffen des jungen Komponisten, da sie von einer eher traurigen und düsteren Stimmung geprägt ist. Sie entstand während einer schwierigen Phase seines Lebens, als Mozart zusammen mit seiner Mutter in Paris weilte, wo er vergeblich auf eine interessante Anstellung hoffte und sich auch noch verschuldete. Dann erkrankte seine Mutter und verstarb kurz darauf. Trotz der herzzerreißenden Intensität der Musik gibt es in dieser Sonate auch Abschnitte der Leichtigkeit und Optimismus. Auch Beethovens Sonate in c-Moll wird nicht nur von einer einzigen Stimmung dominiert: Dramatisches Toben wird spielerischen Momenten und verklärten Abschnitten voller Wärme gegenübergestellt. Dieses Werk entstand 1802, als es Beethoven, geplagt von Suizidgedanken, allmählich klar wurde, dass seine zunehmende Schwerhörigkeit unaufhaltbar war und dass die Taubheit auch den Verlust sozialer Kontakte bedeutete. Über die Beziehung zwischen Johannes Brahms und Clara Schumann wird heute noch viel gerätselt, aber weniger bekannt ist die Begeisterung, die der Komponist für die viel jüngere Sängerin Hermine Spies hegte. Brahms widmete dieser Altistin viele seiner schönsten Lieder und schrieb auch seine Sonate in A-Dur für sie "in Erwartung der Ankunft einer geliebten Freundin". In dieser Sonate verwendet Brahms viele Zitate aus "ihren" Liedern, sodass die Sonate sehr persönliche Bezüge enthält und man das Werk als "Brief in Tönen" deuten kann. Der Violinist Grzegorz Kotów übt eine sehr vielseitige Konzerttätigkeit aus, die ihn mit solistischen und kammermusikalischen Auftritten durch alle Kontinente führt. Seit 1995 ist er Mitglied des Szymanowski-Quartetts, das bei allen großen Festivals Europas (Kammermusikfest Lockenhaus, Schleswig-Holstein Musikfestival,BBC Proms, Bregenzer Festspiele) zu Gast ist. Mit dem Quartett ist er in vielen renommierten Konzerthäusern wie etwa in der Wigmore Hall London und der Carnegie Hall New York, im Konzerthaus Berlin und im Concertgebouw Amsterdam, sowie im Musikverein Wien und im Louvre aufgetreten. Außerdem ist er Preisträger von Musikwettbewerben in Osaka, Melbourne, Florenz, München und Weimar. Auch der Pianist Nico Benadie ist als Solist in vielen Ländern Europas aufgetreten und ist ein gefragter Klavierpartner vieler Sänger und Instrumentalisten. Eintrittskarten gibt es an der Abendkasse im Stift Obernkirchen und kosten zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Schüler.

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