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Käßmann referiert bei den Landfrauen

Von Heimchen, Zicken und Gebärmaschinen

Die knapp 650 Landfrauen füllten die Stadthalle bis auf den letzten Platz - und lauschten den Worten der Landesbischöfin zur Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft. Hessisch Oldendorf (ow). "Die Landfrauen sind heutzutage nicht nur bloße Akteure auf dem gesellschaftlichen Spielfeld, sondern sie sind Stürmer", gibt sich Rosemarie Schweer, Vorsitzende des Landfrauenkreisverbandes Schaumburg selbstbewusst - die Veranstaltung der Landfrauen in der Hessisch Oldendorfer Stadthalle lockte dann am Mittwochnachmittag auch 650 "Stürmerinnen" an, die die Halle bis auf den letzten Platz füllten. Als Gast hatte sich Landesbischöfin Dr. Margot Käßmann angekündigt, die zum Thema "Die Rolle der Frau in der heutigen Gesellschaft" referierte.

veröffentlicht am 16.03.2007 um 00:00 Uhr

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Zuvor hatte der Chor der "Stacheligen Landfrauen" den Nachmittag eingeleitet - die Sängerinnen veredelten bei ihrem Auftritt bekannte Melodien mit ironischen Texten. Nach den Grußworten, die unter anderem von der stellvertretenden Landesvorsitzenden der Landfrauen, Sabine Reichert, und dem stellvertretenden Bürgermeister Hessisch Oldendorfs, Klaus Brzesowsky gesprochen wurden, gab Rosemarie Schweer einen Rückblick auf die Aktivität der Schaumburger Landfrauen im vergangenen Jahr. Landesbischöfin Käßmann setzte sich in ihrer Rede zunächst in einem fiktiven Zwiegespräch mit der Heiligen Elisabeth von Thüringen - die "für viele ein Vorbild an Zuwendung zu den Armen ist" - auseinander, um aus dieser Position heraus konkrete Themen wie Armut, Lebensideale, den Kinderwunsch oder auchden Glauben zu beleuchten. Käßmann sieht die Frau in der heutigen Gesellschaft dabei in einer Zwickmühle: "Hat sie Kinder und ist zu Hause, so ist sie ein unbedarftes Heimchen am Herd. Hat sie Kinder und ist berufstätig, ist sie eine Rabenmutter und Gebärmaschine. Hat sie keine Kinder, ist sieeine karrierefixierte Zicke." Dennoch schloss Käßmann ihre ausgewogenen Betrachtungen optimistisch. Die Rolle der Frau habe sich positiv verändert, traditionelle Frauenbilder seien inzwischen aufgebrochen worden. Mit der höchsten Auszeichnung der Landfrauen - der "silbernen Biene" - wurde Ulrike Tubbe-Neuberg ausgezeichnet. Vorsitzende Rosemarie Schweer lobte das Engagement der Geschäftsführerin der Schaumburger Landfrauen, die "nicht nur motiviert und inspiriert, sondern sich unermüdlich in allen Bereichen füruns einsetzt". Zahlreiche Info- und Verkaufsstände sorgten für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm des Nachmittags. Entsprechend zufrieden ist Schweer mit dem Veranstaltungsverlauf und weist darauf hin, dass das Klischee der sich überwiegend aus Bäuerinnen rekrutierenden Landfrauen schon lange nicht mehr gilt: "Drei Viertel unserer Mitglieder kommen aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen. Wir bieten ein Forum für alle interessierten und engagierten Frauen."

Landesbischöfin Margot Käßmann gab in der Hessisch Oldendorfer S
  • Landesbischöfin Margot Käßmann gab in der Hessisch Oldendorfer Stadthalle zahlreiche Autogramme.
Die "Stacheligen Landfrauen" sorgten für den musikalischen Einst
  • Die "Stacheligen Landfrauen" sorgten für den musikalischen Einstieg. Fotos: pj


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