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CeBIT-Aussteller zufrieden / Großes Interesse an 3D-Scannern und Datensicherheit / Relog bildet aus

Von einer Krise spüren wir hier nichts

Hannover (roh). Unter den 4300 Ausstellern aus 69 Ländern, die sich in diesem Jahr bei der CeBIT 2009 präsentieren, sind auch vier Firmen aus dem Weserbergland vertreten – mit ganz unterschiedlichen Angeboten. Als vollen Erfolg bewertet Norbert Zimmermann die ersten Tage der Messe: „Schon von Beginn an gaben sich Interessenten die Klinke in die Hand“, sagte der Manager der Firma Scanbull. Das Unternehmen baut 3D-Scanner in allen Größen. In Hameln werden die Produkte entwickelt und vertrieben; das Produktionswerk befinde sich in Bochum, so Zimmermann und führt aus: „Unsere Kunden sind Unternehmen aller Branchen, die ihre Produkte im Internet quasi „zum Anfassen“ präsentieren möchten.“

veröffentlicht am 04.03.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

Zufriedene Gesichter: Auch bei GCC aus Hameln ist von Rezession

Ein Scanner mit

ökologischem Nutzen

In Bochum wurde jetzt sogar ein Scanner gebaut mit dem es möglich ist, ganze Autos, Lkw und andere große Objekte einzuscannen. Zimmermann stellt vor allem den ökologischen Nutzen seiner Scanner heraus: „Produktentwickler müssen nicht mehr um die halbe Welt fliegen, um den Fortschritt der neu entwickelten Produkte in Augenschein zu nehmen. Zudem werden Frachtkosten in Millionenhöhe eingespart.“ Für den privaten Kunden werde es in naher Zukunft auch erschwingliche Produkte geben, wie der Manager erklärt: „Gerade bei Internetauktionen hat sich gezeigt, dass 3D-animierte Angebote höhere Preise erzielen als herkömmliche Fotografien. Das gilt sowohl für Ebay als auch für große renommierte Auktionshäuser, von denen ein besonders bekanntes unser Kunde ist.“ Den Namen indes wolle er nicht preisgeben, sagte Zimmermann.

Ihren ersten Auftritt bei der CeBIT feierten Geschäftsführer Ludwig Busse und der Leiter des Aerzener Rechenzentrums, Dieter Czudnochowski, von der Firma „relog“ an ganz besonderer Stelle, nämlich auf dem Stand des niedersächsischen Ministerium für Arbeit und Wirtschaft. „Wir haben eine Einladung erhalten, weil unser Unternehmen als innovativ und förderungswürdig eingestuft wird“, sagt Busse nicht ohne Stolz. Erst kürzlich habe man, so Czudnochowski, ein neues Bürogebäude in Aerzen errichtet. Die Firma hat sich auf das Erstellen laufender Lohnabrechnungen für den Mittelstand spezialisiert. Allein in Aerzen werden monatlich insgesamt 5000 Lohnabrechnungen von gut 280 Kunden angefertigt. „Unser Unternehmen wächst stetig. Wir haben mittlerweile 17 Standorte in ganz Deutschland“, sagt Chudnochowski.

Relogs Kunden sind vornehmlich kleine Betriebe, manchmal mit nur einem Beschäftigten, und so garantieren Busse und seine Kollegen ihren Kunden eine Lieferung der Abrechungen binnen 24 Stunden. „Wer morgens bis neun Uhr Daten abliefert, bekommt am Nachmittag die fertigen Abrechnungen.“ Und weil dieser Kundenservice gut ankommt, wird in Aerzen im kommenden Herbst ein Auszubildender eingestellt.

Dieter Czudnochowski (Rechenzentrum Aerzen, li.) und relog-Gesch
  • Dieter Czudnochowski (Rechenzentrum Aerzen, li.) und relog-Geschäftsführer Ludwig Busse.
Andreas Muchow, Chef der Firma AM-SoFT, die in Tündern eine Nied
  • Andreas Muchow, Chef der Firma AM-SoFT, die in Tündern eine Niederlassung unterhält.
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Vertragsabschlüsse

schon am ersten Tag

Wie bei Scanbull ist auf dem Stand des Hamelner Systemhauses „GCC“ (German Computer Company) von Rezession nichts zu spüren, wie Prokurist Chris-Gilbert König zwischen zwei Kundengesprächen mitteilt: „Schon am ersten Tag konnten wir Vertragsabschlüsse auf den Weg bringen, und hier auf der CeBIT werden wir mit einem nordrhein-westfälischen Drogeriegroßhändler einen Vertrag abschließen, dessen Volumen zirka 500 000 Euro betragen wird.“ GCC ist Vertriebspartner von IBM und kümmert sich vornehmlich um das Thema Internetsicherheit. Neuester Renner ist das Gerät MX0804. Es wehrt Angriffe bereits ab, bevor sie einen Rechner eines firmeninternen Netzwerkes erreichen können.

Um Sicherheit geht es auch bei der Firma AM-SoFT, die auf dem Stand des Landes Brandenburg ihre Produkte anbietet. Geschäftsführer Andreas Muchow erklärt, wie sich eine vertrauliche Kommunikation in der Praxis darstellt: „Unsere Kunden wählen sich in unsere Rechenzentren ein. Schon der erste Zugriff erfolgt verschlüsselt, danach befindet sich der Kunde de facto in einem nach außen völlig abgeschirmten virtuellen Raum.“ Diese Art der Kommunikation ist besonders für Rechtsanwälte, Gerichte, Banken, aber eben auch Ministerien dringend erforderlich. Bogs sagt: „Bei uns brauchen die Kunden nichts auf ihren Computern zu installieren. Die gesamte für die Kommunikation benötigte Infrastruktur stellen wir zur Verfügung.“ Für den Privatkunden könnte in naher Zukunft diese Art der sicheren Kommunikation interessant werden. Bogs: „Für Diplome oder ähnliches kann unser System auch als eine Art Datensafe fungieren.“ Angesichts der immer wiederkehrenden Negativmeldungen über die Wirtschaft zeigte sich Muchow verwundert: „Von einer Krise spüren wir hier nichts. Der erste Tag war überraschend gut, die Stimmung ist sehr positiv.“

Die CeBIT, die noch bis zum 7. März geöffnet hat, muss zwar in diesem Jahr einen Ausstellerrückgang um 25 Prozent verzeichnen, aber dieser Trend begann schon 2001, als die große IT-Blase platzte. Und obwohl zwei Hallen komplett leer bleiben, ist sie immer noch die größte Computermesse weltweit.

„Die Interessenten geben sich die Klinke in die Hand“: Norbert Zimmermann am CeBIT-Stand von Scanbull. Das Unternehmen entwickelt und vertreibt in Hameln 3D-Scanner. Fotos: roh



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