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Theo Vocht nimmt einen Grand Ouvert auf, Reinhard Grotius seinen Abschied / "Die 15 Gebote des Lernens"

Von diesem Blatt träumt wohl ein jeder Skatspieler...

Rinteln/Extertal/Varenholz (rd). Ein erfolgreiches Skat- und Knobelturnier 2008 veranstaltete die Kyffhäuser Kameradschaft Steinbergen-Deckbergen am vergangenen Sonnabend.

veröffentlicht am 15.02.2008 um 00:00 Uhr

Theo Vocht mit seinem Traumblatt: Grand Ouvert. Foto: pr.

20 Skatspieler und 24 Knobler kämpften um hochwertige Sach- und Fleischpreise. Den ersten Platz der würfelnden Abteilung errang Sabine Hornig , die nun eine moderne Musikanlage ihr Eigen nennen darf. Als bester Kartenspieler wählte Falk von Knobloch eine Senseo-Kaffeemaschine vom reich gedeckten Gabentisch. Ein Blatt, das sich jeder Skatspieler erträumt, nahm Theo Vocht auf: 4 Buben, Kreuz As, Herz lang ohne Dame und Sieben - von so einem hübschen Grand Ouvert träumt mancher Skatspieler sein Leben lang vergeblich. Ernie Seelking , der nun im zehnten Jahr die Auswertungübernahm, erhielt einen gefüllten Präsentkorb. Nach 17-jähriger Dienstzeit bei der Gemeinde Extertal wurde jetzt Reinhard Grotius in den Ruhestand verabschiedet. Im Rahmen einer kleinen Feierstunde würdigte Bürgermeister Hans Hoppenberg die Verdienste des 65-Jährigen. Als "Seiteneinsteiger" habe er besonders schwierige Probleme bei der Betreuung von Aussiedlern und Asylbewerbern bewältigen müssen. Hier sei deutlich geworden, dass "genau der richtige Mann an der richtigen Stelle" gearbeitet habe. Daneben setzte sich Grotius elf Jahre als Personalratsvorsitzender für die Interessen der Belegschaft ein. Hans Hoppenberg stellte fest, dass immer eine vertrauensvolle und sachliche Zusammenarbeit im Interesse der Kolleginnen und Kollegen stattgefunden habe. Fünf Jahre Sachkundiger Bürger, sieben Jahre im Gemeinderat, Kirchenvorstandsvorsitzender, Vorstand beim MGV "Concordia" Bösingfeld, Kassenführer der Vereinsgemeinschaft Bösingfeld und Mitbegründer der "UWE-Extertal" seien zudem Beispiele für das besondere ehrenamtliche Engagement von Reinhard Grotius. Unter dem Thema "Die 15 Gebote des Lernens" fand eine schulinterne Lehrerfortbildung der Privaten Ganztags-Realschule Schloss Varenholz statt. Dozent war der renommierte Erziehungswissenschaftler Professor Dr. Peter Struck aus Hamburg, der verdeutlichte, dass Deutschland im internationalen Vergleich der Heranwachsenden in den letzten Jahren zwar deutlich zulegen konnte, aber trotzdem noch einen weiten Weg vor sich habe. Insbesondere das europaweit einmalige Phänomen, dass ein Drittel der deutschen Kinder der Klassen 4 bis 9 in diesem sechs Jahre dauernden Zeitraum keinen Lernzuwachs mehr erzielt, sei höchst bemerkenswert und alarmierend. Struck: Die Bundesländer Bayern, Thüringen, Sachsen und Baden-Württemberg setzen im Pisa-Kampf auf "Selektion und Erzeugen von Angst" und erreichen damit im bundesinternen Vergleich die ersten Plätze. "Dies ist jedoch nicht der Weg, um Kindern Spaß am Lernen, Erfolg und Selbstvertrauen zu vermitteln", so Struck. Vielmehr kommt es darauf an, Wege aufzuzeigen und zu ermöglichen, wie Lernen wirklich zum gewünschten langfristigen Ergebnis und Erfolg führt. Kinder lernen etwa besser, wenn sie selbst lernen, als wenn man sie belehrt. Struck: "Wir müssen also unsere Belehrungsanstalten zu Lernwerkstätten umbauen." Auch lernen Kinder besser durch Handeln und Sprechen als durch Zuhören, also müssen sie mehr über Materialien und über Reden als bislang lernen dürfen. Was Schüler lernen sollen, lernen sie vor allem dadurch, dass sie es anderen zu erklären haben, so Struck. Kinder lernen mehr von Gleich- oder Ähnlichaltrigen als von noch so guten Erwachsenen. Und: Erst muss der Lehrer Respekt vor dem Kind haben, dann erhält er von ihm Respekt zurück, fordert Struck in seinen Geboten. Weiter rät er: Lehrer sind effizienter und sie halten besser und länger durch, wenn sie nicht mehr Be-Lehrer, sondern Lernberater oder Coach sind. Und: Gelassene Lehrer erreichen mehr als strenge oder gestresste. Struck ist der Meinung, dass Klassen zu Lernfamilien mit Werkstattcharakter gewandelt werden müssen und Schulen zu Lerndörfern, die Lebensmittelpunkte der jungen Menschen sind, was Halbtagsschulen nie sein können.



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