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Eilsener Kliniken präsentieren sich beim Rehatag

Von der Schwefelquelle bis zur Kältekammer

Bad Eilsen (sig). Reha-Maßnahmen kosten Milliarden, aber sie sparen vermutlich noch mehr ein. Das Allerwichtigste jedoch ist: Sie sorgen dafür, dass viele Menschen wieder günstigere Lebensperspektiven haben und vielleicht ganz oder zumindest teilweise berufliche Aufgaben übernehmen können. Den dritten "Deutschen Rehatag" nahmen die beiden Kliniken in Bad Eilsen zum Anlass, um sich und ihre Arbeit vorzustellen.

veröffentlicht am 25.09.2006 um 00:00 Uhr

Der Geschäftsführer der Bückeberg-Klinik, Ralf Schönwald, kostet

Das Rehazentrum und die Bückeberg-Klinik einigten sich zusammen mit der Gemeinde darauf, diese Veranstaltung im Kurort unter der Bezeichnung "Schwefeltag" auszurichten. Dass es dafür mehrere gute Gründe gibt, machte die stellvertretende Bürgermeisterin Dagmar Söhlke bei der Eröffnung im Kurpark deutlich. Sie erinnerte daran, dass dank Fürstin Juliane schon im Jahr 1779 Schwefelwasser und Schlamm für die Behandlung von Krankheiten eingesetzt wurden. Damit ist Bad Eilsen das älteste deutsche Schwefel-Schlammbad. Dagmar Söhlke unterstrich, dass zum Beispiel der Adolf-Brunnen einen nachgewiesenen Schwefelanteil hat, der das 34-fache anderer Heilwasser ausmacht. Bislang seien dabei keine Schwankungen festgestellt worden. Auch das ist eine Besonderheit. Mit dem Georgs-, Nord- und Julianenbrunnen verfügt Bad Eilsen über weitere stark schwefelhaltige Heilwasser. Sie weisen noch andere die Gesundheit fördernden Inhaltsstoffe auf, wie Kalzium, Magnesium, Spurenelemente und freie Kohlensäure. Laut Dagmar Söhlke sind diese Heilquellen der Grundstock für eine konsequente Steigerung der medizinischen und therapeutischen Qualität in Bad Eilsen, das sich zu einem Schwerpunktstandort für Orthopädie und Rheumatologie entwickelt habe. Neben den vielfältigen Beschwerden des menschlichen Bewegungsapparates würden hier auch Atemwegsprobleme sowie Herz- und Kreislauferkrankungen erfolgreich behandelt. Punkt 11 Uhr starteten danach die beiden am Reha-Tag beteiligten Einrichtungen mit einem eigenen Veranstaltungsangebot. Zu diesem Zeitpunkt drehten bereits die ersten Nordic-Walking-Gruppen im Kurpark ihre Schnupper-Runden. Sie waren unter fachlicher Anleitung von der Bückeberg-Klinik aus gestartet. Dort gab es auch einen Stand, der über Stöcke und geeignetes Schuhwerk informierte. Daneben stellte sich die Barmer Ersatzkasse als einer der Förderer der Initiative "Deutschland bewegt sich" vor. "Für uns ist heute auch die Osteoporose ein wichtiges Thema; wir kooperieren deshalb mit einer am Rintelner Krankenhaus tätigen Praxisgemeinschaft von heimischen Orthopäden, die dort mit einer hochmodernen Anlage zuverlässige Messungen der Knochendichte vornehmen", berichtet Ralf Schönwald, Geschäftsführer der Bückeburg-Klinik. Sein Chefarzt Dr. Uwe Linke hielt ein Referat über Osteoporose, unter der im zunehmenden Alter vor allem viele Frauen leiden. Da auch die richtige Ernährung ein wichtiger Beitrag zu einem gesunden Leben sein kann, gab die Diätassistentin Jana Vogel den Besuchern einen Einblick in die Möglichkeit, Speisen sowohl fett- und cholesterinarm als auch vegetarisch, aber dennoch wohlschmeckend anzurichten. Sie informierte außerdem über die Verwendung exotischer Früchte. Im Rehazentrum wurde ebenfalls Kulinarisches in bekömmlicher Form angeboten. Hier wie dort gab es alkoholfreie Drinks und nachmittags zusätzlich Kaffee und Kuchen. Die Besucher interessierten im Rehazentrum besonders die Anwendungsmöglichkeiten der Kältekammer, die Temperaturen bis minus 110 Grad aufweist und inzwischen weltweit als Therapie für rheumatische Erkrankungen, bei Asthma, Hauterkrankungen und bei akuten sowie chronischen Schmerzen anerkannt ist. Während der Aufenthalt dort zeitlich eng begrenzt ist, hätten zahlreiche Besucher die Liegeprobe auf den Hydrojet-Liegen gerne länger ausgedehnt. "Diese sanfte Massage auf dem Wasserbett tut meinem Rücken richtig gut", hieß es immer wieder. Wartezeiten gab es beim Infostand des heimischen Sanitätshauses Hillmann. Dort wurde schmerzlos die Leistung der Venenklappen gemessen. So manche Besucherin erhielt dabei die Empfehlung, sich in nächster Zeit in ärztliche Behandlung zu begeben, um die Durchblutung der Beine wieder zu verbessern. Im gleichen Raum gaben Mitarbeiter der "Deutschen Rentenversicherung" Auskünfte zu Rentenfragen, aber auch zu den Angeboten der vier eigenen Rehazentren in Bad Pyrmont, Bad Rothenfelde, Clausthal-Zellerfeld und Bad Eilsen. Neben einem Schnupperkurs in "Oi Gong" bot das gastgebende Rehazentrum noch Führungen durch die Klinik und durch den Kurpark an. Im Park gab es viele Beschäftigungsmöglichkeiten für Kinder, die leider nicht im gewünschten Umfang genutzt wurden. Selbst der Doktorsee-Express drehte zuweilen Leer-Runden.

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