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Grünkohlessen des Sozialverbandes Bad Eilsen/Ahnsen / Kreisvorsitzender Helmut Laux befürchtet schlechtere soziale Lage

"Von der Rente wird man kaum noch leben können"

Bad Eilsen/Ahnsen (sig). Auch in diesem Jahr ist das Grünkohlessen des Sozialverbandes Bad Eilsen/Ahnsen im Schützenhaus hervorragend besucht gewesen. Weil der Vorsitzende Rolf Everding erkrankt war, übernahm sein Stellvertreter Willi Etzbach die Aufgabe, die 120 Teilnehmer und Ehrengäste zu begrüßen und die neue Grünkohlmajestät auszurufen.

veröffentlicht am 14.11.2008 um 00:00 Uhr

Der Grünkohlkönig des Jahres 2007, Fritz Buschmeier (l.), gibt s

Mit Gerda Czirrübernahm ein langjähriges Mitglied des Ortsverbandes diese Würde von Fritz Buschmeier, der zum Abschied eine Erinnerungsnadel und einen Gutschein erhielt. Mit einer Ehrenkette zeichnete Willi Etzbach den Kreisvorsitzenden Helmut Laux aus, der sich in einem längeren Referat mit der Entwicklung des Sozialstaates und mit der gegenwärtigen Wirtschaftslage befasste. Bismarck habe 1871 die Weichen für einen Staat gestellt, der sich der Fürsorge für seine Bürger verpflichtet fühlt. In den Folgejahren seien die Krankenversicherung, die Unfallversicherung sowie die Alters- und Invaliditätsversicherung ins Leben gerufen worden. Unter Kaiser Wilhelm II. wurden diese Gesetze zur Reichsversicherungsordnung zusammengefasst. Es folgten der Versicherungsschutz für Angestellte und die Hinterbliebenenrente. Eine Folge der weltweiten Wirtschaftskrise war, so Laux, die Einführung der Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung im Jahre 1927. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das soziale Netz weiter ausgebaut, unter anderem durch das Kindergeld, die Sozialhilfe und die Arbeitsförderung. An dieser Gesetzgebung war auch der "Sozialverband" in verschiedenen Gremien beteiligt. Laux istüberzeugt, dass der Staat ohne eine Umgestaltung der Krankenversicherung und ohne eine Bürgerversicherung die durch Überalterung und Arbeitslosigkeit entstandene Lage nicht meistern könne. Fast eine halbe Million Rentner erhalten Zuschüsse zum Lebensunterhalt, weil ihr Einkommen nicht ausreicht. Für 2020 prognostizierte er, dass die durchschnittliche Rente bei 660 Euro liegen wird. Angesichts der unbefriedigenden Lage und der schlechten Perspektiven erhofft sich der Kreisvorsitzende ein weiteres Wachstum des Sozialverbandes und dadurch die Chance, noch aktiver an der Gestaltung der künftigen Sozialpolitik mitzuwirken. Helmut Laux weist auch darauf hin, dass der Reichsbund als Vorläufer des heutigen Sozialverbandes in Bad Eilsen 1919 Fuß gefasst hat. Zur Gründungsversammlung im früheren Gasthaus "Wilhelmshöhe" waren die Kriegsbeschädigten und Kriegsteilnehmer aus Bad Eilsen, Ahnsen, Widdensen und Umgebung eingeladen worden. Neben diesen nachdenklich stimmenden Ausführungen gab es Erheiterndes durch die "Fünf Mafiosi aus Ahnsen" und ein deftiges winterliches Mahl, das von einem fleißigen Team des Schützenvereins serviert wurde.



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